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Partneragenturen – ruinöse Werbung oder Zukunftsinvestition?

Ich persönlich bin eher befremdet, wenn mir jemand nach einer Fernsehsendung noch ins Ohr bläst, dass sie von einer Partneragentur gesponsert wurde. Doch aufgefallen ist dergleichen inzwischen vielen Deutschen, und in Blogs und Zeitungen werden bereits reichlich Witze gerissen – zum Beispiel über die arme Juristin, die seit anderthalb Jahren keinen Partner findet. Mir ist da eher der Hotelmanager ein Rätsel, der eine „Frau mit Klasse“ sucht. Ob er sich gegenüber seinen Gästen auch so ausdrücken würde? Ich bezweifele es.

Nun haben auch die Schweizer entdeckt, dass in ihrem Fernsehen ziemlich viel Werbung gemacht wird – hauptsächlich von den drei Giganten der Branche, Parship, ElitePartner und eDarling. Gegenüber der Öffentlichkeit werden die Ausgaben gerne kleingeredet – sie nützten ja schließlich der ganzen Branche, denn die Dauerpräsenz helfe „allen im Markt“. Von eDarling war zu lesen, das „Bruttomediavolumen der aktuellen Kampagne liegt im hohen sechsstelligen Bereich“, was aufhorchen lässt, obgleich hier nicht nur die Schweiz gemeint war. 19,1 Millionen Euro hatte eDarling laut Nielsen im Jahr 2009 für Werbung angesetzt, da fragt sich die Liebepur natürlich: War das nun schon der „hohe sechsstellige Bereich“? Oder waren die Werbeausgaben 2010 noch höher?

Ausweichende Antworten über die Effektivität der Werbemillionen

Bei alldem kommt immer wieder die Frage auf: „Lohnt sich das?“, denn in Wahrheit ist das Ganze ein Teufelskreis, aus dem keiner der Beteiligten aussteigen mag. Der Schweizer Singlebörsen-Vergleich bezeichnet die Werbekampagnen als das, was sie sind: eine „es eine recht ruinöse Werbeschlacht, da sich keiner zurückziehen möchte“. Freilich stehen hinter den „großen Drei“ gegenwärtig noch schier unerschöpfliche Geldquellen, doch was ist, wenn das Werbegeld eher versandet als in einem neuen Mitgliederstrom Geld in die Kassen spült? Diese Frage mag niemand beantworten, und auch gegenüber dem Schweizer Tagesanzeiger weichen die Agenturen aus. Wenn man die Aussage von eDarling hört, wird man schon leicht irritiert, und die gebe ich hier mal wortwörtlich zum Besten:

Wir wollen jedoch auch in 20 Jahren Paare über unseren Service zusammenbringen. Über solche Zeiträume gerechnet, lohnen sich diese Investitionen für uns.

Denn wer so redet, geht davon aus, dass sich in den nächsten zwanzig Jahren keine signifikanten Änderungen im Verhalten der Menschen ergeben. Da mag man den großspurigen Reden gerne einmal entgegenhalten: „Welche Prognosen hatten Sie denn 1991 über das Dating?“ Oder „wer hätte den Datingboom über Partneragenturen denn 1991 voraussehen können?“ Oder: „Wer setzt jetzt eigentlich aufs richtige Pferd?“ So weit ich erkennen kann, gehen drei Agenturen praktisch den gleichen Markt an, ohne überhaupt sichtbare Unterschiede aufzeigen zu können.

Möglicherweise wird sich noch in diesem Jahr entscheiden, wer da noch wie lange mithalten kann falls man die Schiene „wir machen alle viel Werbung, aber wir unterscheiden uns ansonsten kaum“ noch weiter ausbauen will. Spätestens in zwei bis drei Jahren wird sich auch erweisen, ob Genosse Trend die Unternehmen tatsächlich auf Erfolgskurs hält, denn früher oder später muss ja einmal Kassensturz gemacht werden, und der wird den Geldgebern möglicherweise sauer aufstoßen.

Derzeitige Fernsehwerbung (Beispiel PARSHIP:)

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