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Deutsche Singles: Geistesspaltung oder Arroganz?

PARSHIP-Studie

PARSHIP-Studie


Eine Studie von PARSHIP belegt, dass in der Brust der Deutschen noch immer, ach, zwei Seelen wohnen: Die eine sieht die soziale Verantwortung, die andere ist längst mit dem FACEBOOK-Account, dem Prestige, der steilen Karriere oder etwas noch Schlimmeren beschäftigt.

So kommt es denn, dass zwar 60 Prozent „glauben“, dass „wir“ auf eine „Gesellschaft der Alleinlebenden“ zusteuern, aber 78 Prozent für sich und andere eine „drohende Altersarmut“ voraussehen.

Kurz gesagt: Sie sehen in Zukunft schwarz – tun aber so, sei dies ein Perpetuum mobile. Sie, die Singles, jene also, die alles verändern und zum Besseren wenden könnten, stehen da und sagen: „Oh seht mal, diese düstere Welt, die uns erwartet.“

Die Geisteshaltung scheint tief verwurzelt zu sein:

– 66 Prozent der Singles sind der Überzeugung, Menschen in Beziehungen seien gesünder.
– 75 Prozent meinen, dass Menschen in Partnerschaften glücklicher sind.
– 83 Prozent wünschen sich einen Partner.

Ja bitte schön, Singles – dann macht euch doch gesünder und glücklicher und nehmt euch einen Partner. Nichts und niemand hindert euch daran. Doch ihr tut es nicht, weil ihr zu einem beträchtlichen Prozentsatz krankhafte Egoisten seid. Was bedeutet schon die Aussage: „Ich wünsche mir einen Partner?“ Der nächste Satz, den man von euch hört, ist doch: „Aber ich habe da gewisse Ansprüche an ihn.“

Wer Online-Medien glaubt, seine Weisheiten aus FACEBOOK schöpft, Twitter für eine ehrenhafte Diskussionsplattform hält, mit Tinder flirtet und jedem „urbanen Trend“ nachläuft, wird leicht zum Opfer der modernen Geistesspaltung.

Ist es nun wirklich eine moderne psychosoziale Krankheit, die diese Singles befallen hat? In jedem Fall sitzen heute viele Singles zwischen zwei Wirklichkeiten: der Netzwirklichkeit und dem tatsächlichen Leben in Deutschland.

Übrigens liegt dies auch daran, dass längst plakative, vorformulierte Begriffe anstelle von Wahrheiten verwendet werden. Ich erinnere mich an Zeiten, an denen über „die soziale Frage“ diskutiert wurde, statt zu benennen, über welche soziale Frage gerade diskutiert wird.

Ja und in der Studie? Da wird nach „der Wohnraumproblematik“ gefragt. Ich nehme einmal an, damit ist der Mangel an preiswertem Wohnraum in westdeutschen Großstädten gemeint. Dahin geht ja gerade der Tunnelblick der Politik, der Großstädter und der Singles. Doch in Deutschland stehen viele preiswerte Wohnungen leer, und viele geradezu spottbillige Immobilien warten auf neu Besitzer. Es kommt eben immer darauf an, wo man gerade wohnt …

Mir ist dennoch nicht recht klar, warum deutsche Singles heute angeblich so gespalten sind. Wenn es ein Konflikt zwischen Wunsch und Wirklichkeit sein sollte, so ist es dringend nötig, die Wünsche an die Wirklichkeit anzupassen. Sollte es sich um einen Konflikt zwischen mehreren Wirklichkeiten handeln, so ist die gesellschaftliche Intelligenz gefordert. Eltern, Lehrer, Erzieher, notfalls sogar Psychotherapeuten müssten rechtzeitig und nachdrücklich eingreifen, um die schlimmen Folgen abzumildern.

Falls Sie derzeit Single sind: Sie könnten doch einfach jemanden kennenlernen, heiraten und in eine gemeinsame Wohnung ziehen und dann dabei helfen, die Zukunft mitzugestalten.

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