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Die Woche in Dating: Weihnachten, Moral und andere Kuriositäten

Ich kann nicht umhin, Ihnen zu sagen, dass mir das Julfest als Fest des kommenden Lichts näher liegt als das „deutsche Weihnachten“ als Christenfest. Auch wenn man älter wird, ist es sehr beruhigend zu wissen, dass es mit der allergrößten möglichen Wahrscheinlichkeit einen neuen Frühling geben wird. In manchen nordischen Ländern ist die Winterzeit bei Weitem dunkler als in Deutschland, und es ist kein Wunder, dass man dort das Julfest beibehalten hat und es nur oberflächlich christianisiert hat. So mussten Sie dann auch meinen Beitrag über das Luciafest ertragen. Falls es sie beruhigt: Pünktlich zum neuen Jahr erscheint meine Prognose über Dating 2011 und meine Kritik an meinen eignen Prognosen von 2010. Apropos Weihnachten: PARSHIP will das Weihnachtsverhalten deutscher Singles genau analysiert haben – und das der übrigen Europäer auch. Damit da noch die Spitze darauf kommt: Mit der Familie zu sein, heißt für Singles nicht unbedingt, glücklich zu sein, etwa wenn die Mama bedenklich den Kopf wiegt: „Kind, ich mache mir jetzt so viel Gedanken über dich, du bist doch schon 31 und hast immer noch keinen Mann“ – und dann bekommt sie Großmutteraugen.

Noch was über Weihnachten? eDarling hat kein sehr glückliches Händchen mit einer Pressekampagne, in der man kundtat, dass man unter gewissen Voraussetzungen, einen Euro pro Neuanmeldung für ein Hilfswerk spendieren würde. Die Absicht ist edel, aber ein Euro ist im Vergleich zu den sonstigen Werbungskosten pro Mitglied einfach zu wenig.

Wo ich gerade bei Glauben und Aberglauben bin: Glückskekse sagen im Nachhinein immer die Wahrheit – so wie jede andere Weissagung auch. Damit ich diesen Satz noch loswerde: Da gibt es gewisse Parallelen zu Partnerübereinstimmungstests.

Jungfrauen, 100 Prozent und weniger

In den USA gibt es immer noch Jungfrauen und Jungmänner über 18, und falls sie dies zu 100 Prozent oder nicht zu 100 Prozent, aber aus Überzeugung sind, dann „dürfen“ Sie einer US-amerikanischen Singlebörse für Jungfrauen beitreten – und weil das so kompliziert ist mit den „nicht 100-Prozent-Jungfrauen“, muss man einfach mal die AGB des Unternehmens lesen.

Das Blind Date – der einzige Fehler sind möglicherweise Sie selbst

Wer „ganz normal Nichtjungfrau ist“, der könnte es ja mal mit Online-Dating versuchen – aber wenngleich ich das Online-Dating aus Überzeugung unterstütze, so bin ich doch nicht so einseitig, es als „Lösung aller Probleme“ anzubieten, denn ein großer Teil der missglückten Partnersuchen liegt schlicht und ergreifend an den Suchenden, deren Fehler in der Fehleinschätzung ihrer Chancen liegt. Wissen Sie, wenn da immer wieder Clowninnen und Clowns auftreten, die uns sagen wollen, welche Fehler wir beim Date vermeiden müssen, dann lache ich über den dummen Auguste und Augustine. Das mag sich zwar pressewirksam vermarkten lassen, hat aber keine Relevanz: Dates scheitern an der Person, nicht an einzelnen Fehlern, die sie aus Nervosität oder Leichtfertigkeit während des Dates machen. Tacheles: So wenig Sie ihrem neuen Arbeitgeber erzählen, das sie in den nächsten fünf Jahren eine Schwangerschaft planen, so wenig erzählen sie dies Ihrem neuen Blind Date. Übrigens: Falls Sie sich, wundern, warum ich hier nicht verlinke: Gewisse „Meldungen“ wandern bei mir in den Papierkorb. Dafür schreib ich allerwärts etwas über Versuchskaninchen beim Blind Date.

Die nicht verkaufte Braut: Meetic

Übrigens schätze ich Partnersuchende sehr, die wissen, was sie wollen und dann auch zu ihren Entscheidungen stehen. Marc Simoncini, der Boss von Meetic, hat allerdings innerhalb kürzester zeit seine Meinung über den Verkauf von Meetic geändert: Klartextlich müsste es allerdings heißen: Er ist auf Meetic sitzen geblieben – niemand wollte das Unternehmen kaufen. In Deutschland gibt man sich zwar sehr viel Mühe, hat aber nicht den erwünschten Erfolg, und das ist bitter, denn der deutsche Markt ist überaus lukrativ und fest in der Hand deutscher Gründungen, wenngleich man auch hier bereits mit viel Auslandskapital arbeitet.

Casual-Dating: Friendscout24 springt auf den fahrenden Zug

Keine Woche ohne Casual Dating – der Markt ist lukrativ, aber es gibt bereits zu viele Anbieter. Punkt? Nein, kein Punkt. Nach all den anderen will nun auch Friendscout24 in den Markt einsteigen – ziemlich spät, wie mir scheint. Das Unternehmen wäre damit Full-Service-Anbieter vom schnellen Lustgenuss bis hin zur Partneragentur. Auch im Segment der „schnellen Lüste“ spielt die Fernsehwerbung bereits eine große Rolle – und andere nehmen viel Geld dafür in die Hand. Mal sehen, wie viel Geld Friendscout24 in die Werbung pumpt. Ja, und dann waren da noch die Schweizerinnen, bei denen so recht niemand durchblickt: nach außen spröde Fassade, von innen angeblich lustvoll durchtrieben.

Kostenlose Singlebörsen? Nein, Danke

Uff- genug vom Dating? Nein, denn das Thema „kostenlose Singlebörsen“ ist immer wieder populär. Aus meiner Sicht sind gerade Singlebörsen völlig ungeeignet, „kostenlos“ angeboten zu werden, weil dann ja keine andere Barriere mehr da ist als die letzte Hürde, die Kosten. Mit einem Mini-Profil und schäbigen Fotos kann man sich in drei Minuten anmelden. Tolle Partnersuchende, die so etwas tun, nicht wahr?

Was noch auffiel – unter anderem soziale Netzwerke

Das gute der Woche: Abo-Fallenstellern soll es an den Kragen gehe, und der Jugendmedienschutz-Staatsvertrag ist vorläufig vom Tisch. Damit dies klar ist: Ich unterstütze sinnvollen Jugendschutz, aber keine Einschränkung der Meinungsfreiheit kleiner Medien durch die Hintertür.

Soziale Netzwerke sind findig: Wenn du sehen willst, wer dir geschrieben hat, dann gib doch mal das Passwort von deinem E-Mail-System ein. Offensichtlich wirkt der Trick – sonst würden sie es ja nicht tun, diese sogenannten „Sozialen Netzwerke“. Übrigens sollten Sie darauf achten, für wen Sie sich beschreiben: Für Arbeitgeber oder Lover – das ging klar Richtung unserer Humorfraktion.

Dort gehört auch hin, auf welche Frauen wir Männer heraufbrummen. Dieses Argument schien mir sehr einleuchtend zu sein: auf Frauen, die uns nicht noch mehr Ärger machen, als wir ohnehin schon haben.

Bleibt noch das Nachweinen über die „Gute Alte Zeit“ – meine Großmutter pflegte davon immer wieder herumzufaseln, obwohl diese Zeit überhaupt nicht gut war: Für Frauen allgemein nicht und für Dienstmädchens schon gar nicht – so viel zu denen, die seufzend zurückblicken auf die angeblich romantische Liebe des 19. Jahrhunderts.

Vielleicht – aber nicht ganz sicher – werden Sie auch am 24. Dezember noch einmal in diesem Jahr den Wochenrückblick lesen, und am Jahresende dann der Jahresrückblick und den Ausblick. Bis dahin wünsche ich Ihnen zu allem, was Sie vielleicht feiern, viel Glück, Frohsinn und Erfolg.

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