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Die Woche in Dating: Ehrlichkeit verlangen und ehrlich sein

Diese Woche habe ich versucht, Ihnen zu erklären, warum wir ehrlich sind. Ehrlichkeit ist ja angeblich eine der gefragtesten Eigenschaften bei der Partnersuche, die Ehrlichkeit wird von den Online-Partnervermittlern erwartet und gelegentlich beklagt, nur eines ist offenbar nicht unbedingt nötig: die Ehrlichkeit gegenüber sich selbst. So gesehen haben die Leute viel mehr Erfolg als ich, die ihrer Klientel bunte Luftballons und süße Bonbons andrehen, statt die Wahrheit zu sagen. „40 ist doch ein wunderbares Alter für eine Frau, einen Partner zu suchen“, hat mich neulich jemand angeraunzt. Na klar und 20, 25, 30, und 35 auch. Jedes Alter ist ein schönes Alter. Nur ist es eben unterschiedlich leicht, einen Partner in diesen Altersgruppen zu finden. Wir sagen es, andere verschweigen es, und immer wieder hören wir den Vorwurf: „Ja, aber damit nehmen Sie doch den Menschen den Mut?“ Wissen Sie, liebe Leserinnen und Leser, wir gehen hier bei der Liebepur offenbar von einem anderen Menschenbild aus: von einem selbstbestimmten Menschen, der in Selbstverantwortung einen Partner sucht und wissen will, wie seine Chancen sind – und nicht vom Teilnehmer an einer Seifenoper des Lebens.

Immerhin hat eine partnersuchende Ex-Nonne erkannt, was das Leben „da draußen im Dschungel“ vor allem erfordert: Zu wissen, wo man hingehen will. Zitat: „Die meisten Schwierigkeiten hatte ich mit mir selbst“.

Die Branche des Internet-Datings wird ja allgemein als „Wachstumsbranche“ bezeichnet – doch wie sie wirklich wächst, ist umstritten. Inzwischen wir deutlich: Sie wächst vor allem durch Erhöhungen der Beiträge und durch ihre Abonnements-Systeme. Der einzige bemerkenswerte Zuwachs (auch an Mitgliedern) ist bei den „Casual-Dating-Agenturen zu verzeichnen“.

Die Wissenschaft erklärt den Seitensprung – natürlich, wer denn sonst. Leider erweist sich die Kompetenz der Damen und Herren Wissenschaftler, wie so oft, als sehr begrenzt, wenn es um die plötzliche Erregung geht, die alsbald im Lotterbett endet. Die Redaktion denkt sich dann immer: „Ja, guckt doch mal unter eure Kolleginnen und Kollegen an der Uni, statt in die wissenschaftlichen Untersuchungen euerer Vorgänger und Vorvorgänger“. Wir hatten seriöse Stimmen zum Artikel angefragt – aber wir haben nicht einmal erwartet, welche zu bekommen. Frauen genießen und schweigen, wie sie es schon immer taten.

Seitensprünge bleiben ein Thema, weil es erstens schick ist, darüber zu berichten, und weil andererseits Ashley Madison genau das schafft, was man eigentlich verhindern will: Die Popularität der Seitensprünge zu stärken. Damit wird allerdings auch mehr und mehr deutlich, dass es die Frauen sind, die den Boom antreiben: Schnell ein Schätzchen als Schnäppchen ins Bett holen. Merkwürdig, dass sich niemand von den Salonmoralistinnen fragt, wie sich eigentlich die Männer dabei fühlen, als Bettmaterial benutzt zu werden. Sagte da jemand: „Die wollen es doch auch?“ Offenbar gilt: Je später sich die Frauen eines Volkes emanzipiert haben, umso wilder sind sie auf Seitensprünge: Schweizerinnen, zum Beispiel. Der Geschlechterkampf wird dennoch weiter strapaziert: Zum Beispiel bei „Ritterlichkeit vs. Feminismus“ – eigentlich kein Thema, denn „Frau sein“ oder „Mann sein“ gehört zur Persönlichkeit wie „Mensch sein“. Man kann es dennoch zum Thema machen – und ich tue es auch gelegentlich: Zum Beispiel mit meinem Eigenbeitrag in der Liebesszeitung zum Thema „sexy sein„.

„Facebook wird einmal alle Datingseiten im Web ersetzen“ – das ist ein Dummspruch eines Berliner Bloggers, aufgeschnappt in einem privaten Gespräch. Warum Facebook keine Dating Seiten ersetzen wird und was aus den Leuten geworden ist, die mit Data-Mining eine Datingagentur gründen wollten, lesen Sie bei der Liebepur – wo sonst? Übriges lesen Sie mehr über das Facebook-Dating auch beim Singlebörsen-Vergleich. (Fremdlink)

Liebeskitsch zu Marketingzwecken einzusetzen ist nicht neu – und dass Blogger gelegentlich naiv sind, auch nicht. Kommt beides zusammen, dann kann man angeblich per Video seine Geliebte zurückhaben wollen. Die „Generation Internet“ hat vermutlich schonen einen Teil ihres Realitätssinns verloren. Diesen Sinn behalten haben allerdings die Filmkritiker, die „Dating im Dunkeln“ niedergemacht haben. Die Sendung war nun wirklich allzu fadenscheinige Sensationsmache.

Ach, wie war es damals schön – als man noch so richtig herumferkeln dufte – zum Beispiel mit dem „Badewasser schlürfen“. Inzwischen muss man sich ja bei jedem Pups fragen, ob man damit nicht der Jugend schaden könnte.

Zum Nikolaus war ich diesmal ganz, ganz brav: der liebe Nikolaus, der gute Nikolaus, der Beschützer der Heiratswilligen (und der Huren) … aber vor allem: dem Nikolaus aus bester Schokolade.

Die Satire-Fraktion belebte sich dieser Tage automatisch durch einen Fremdbeitrag: Gehen Sie nicht zum Date wie eine Stripperin. Obgleich es im Winter etwas unwahrscheinlich ist: Oben die Brüste raushängen, unten Rock lediglich bis kurz über die Scham ist keine geeignete Bekleidung für ein Date. Ach, das hätten sie sich denken können? Wir auch.

Der größte Mist, den ich in letzter Zeit gelesen habe, sind die dümmlichen Artikel über die „Partnersuche 2050“ . Da kann man mal wieder sehen, welche negativen Eigenschaften das Fernsehen auf die Meinungsbildung hat, denn der Ausgangspunkt war eine Fernsehsendung. Dort wurde zwar nicht gesagt, dass wir 2050 bereits mit einem weiblichen Volksroboter mit lebensechten Emotionen das Bett teilen könnten, aber dafür haben dies andere „Forscher“ prognostiziert, die ihre Gesichter auch ins Fernsehen hineingestreckt haben.

So, dies muss ich Ihnen noch sagen: Ich bin für meine Leserinnen und Leser da. Unermüdlich und trotz vieler anderer Verpflichtungen. Es wäre wirklich nett, wenn Sie dies ab und an einmal honorieren würden – zum Beispiel durch eine Erwähnung in Ihrem Blog – oder sagen Sie mal ihrem örtlichen Zeitungsredakteur, wo er wahre, unverbrüchliche und allzeit zutreffende Informationen bekommt, wenn er über Online-Dating oder moderne Partnersuche schreiben will.

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