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Wie gehen wir eigentlich mit Weihnachten um?

Wie gehen wir eigentlich mit Weihnachten um? Ja, in der Redaktion der „Liebepur“ und der „Liebeszeitung“ herrschen da betretene Gesichter: Ein großer Teil der Singles, an die wir uns wenden, würden Weihnachten am liebsten an die Hasen verfüttern, und einige der Paare in mittleren Jahren werden voraussichtlich währen der Weihnachtsfeiertage innerlich Abschied nehmen von ihrem jetzigen Partner und sich im neuen Jahr trennen. Während der Weihnachtsfeiern, die jetzt überall stattfinden, erwarten wir ein starkes Ansteigen der Seitensprünge, und die Geliebte vom herzensguten Papi wird wieder einmal schmollen, weil der Weihnachten mit der Familie verbringt und nicht mit ihr.

Waren da nicht auch gute Nachrichten? Na klar, wer im Herbst kräftig Aktion Eichhörnchen gespielt hat und einen kleinen Vorrat an Damen oder Herren angelegt hat, wird jetzt voraussichtlich mit den Proben fertig sein und den Vorgang zur exklusiven Zweisamkeit aufziehen: Das erste Weihnachten als Paar ist doch etwas ganz besonderes, nicht wahr? Auch das erste Mal ein paar Kinderaugen am Weihnachtsabend zu sehen, erfreut sogar hartgesottene Weihnachtsverweigerer.

Zusammen Plätzchen backen, auch wenn sie hinterher keiner isst, die erste gemeinsame Gans in die Röhre schieben, den ersten Weihnachtsbaum kaufen und schmücken – nun sagen Sie bloß, das wäre nichts. Kitschliebhaber können sich auch unter dem Weihnachtsbaum offiziell verloben. Inoffiziell geht das natürlich auch, macht aber bei den Schwiegereltern in spe keinen so guten Eindruck.

Manche Pärchen kaufen sich vor Weihnachten den ersten gemeinsamen Herd oder meinetwegen ein richtiges Ehebett – es stehen also lauter Einweihungen an. Na sagen Sie mal, und das soll kein schönes Weihnachten sein?

Freilich muss man schon zu zweit sein, damit es wirklich so toll ist – denn um die Singles kümmert sich während der nächsten Wochen niemand. Eher erwähnt der Herr Pfarrer in seiner Predigt den bärtigen Alkoholiker auf der Parkbank, der Monopolfusel säuft als den wohlhabenden Single, der seinen Kummer Weihnachten in Champager ertränkt.

Singles sind vorläufig mal für die gute Gesellschaft gestorben – die macht jetzt erst mal in „eia“ und „susanni susanni su“ und lobt das hochheilige Paar und was sonst noch auf dem Kalenderblatt steht.

Das war schon wieder negativ, nicht wahr? Nun, dann stellen Sie doch etwas auf die Beine zu Weihnachten: Es gibt nichts Gutes, es sei denn, man tut es. Pfeifen Sie auf die Engelein im Himmel und laden Sie sich ein paar Engelchen und Bengelchen ein, die auch Weihnachten Frust schieben. Schlagen Sie dem Gesäusel ein Schnippchen und veranstalten sie eine Party mit Rockmusik. Jedenfalls: Machen Sie irgendetwas.

Ich gebe Ihnen mal das Motto der „Bremer Stadtmusikanten“ an die Hand: „Etwas Besseres als den Tod finden wir überall“ – und wenn die anderen schon nicht wissen, warum sie Weihnachten feiern, dann wissen Sie es vielleicht: weil demnächst wieder mehr Licht in Ihr Leben kommt. Wenn wir uns hier in der Redaktion mit irgendetwas beschäftigen, dann damit.

P.S.: Ichh habe darauf bestanden, „das Weihnachten“ (Singular) zu schreiben statt „die Weihnachten“ (Singular). Wie schreiben Sie es eigentlich? Was der Duden sagt, weiß ich: Umgangssprachlich geht „das Weihnachten“, „die Weihnachten“ und sogar der Plural.

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