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Warum das Honigtöpfchen nicht reicht, um Männer zu ködern

Nur mit dem Honigtöpfchen zu verlocken, reicht längst nicht mehr

Nur mit dem Honigtöpfchen zu verlocken, reicht längst nicht mehr

Die Welt ändert sich – aber bis wir unser träges Gehirn an die neuen Gegebenheiten angepasst haben, vergehen Jahre. Oder waren es gar Jahrzehnte?

Traditionelle Werte in der neuen Zeit

Männer hoffen, mit Maskulinität, Macht, Einkommen, Bildung, Familiensinn und Sportsgeist punkten zu können. Daran hat sich kaum etwas geändert, wenngleich sich die Prioritäten der Damen etwas verschieben, wenn sie an Alter gewinnen. Schönheit, Emotionalität, Humor, Kunstgenuss und Sensibilität werden gerne mitgenommen, bringen aber weniger Punkte ein. Im Grund genommen hat sich nicht viel geändert – was sicher nicht an den Männern liegt. Frauen schauen nach wie vor auf das, was ihnen nützt. Und da zählen Macht, Einkommen oder Familiensinn eben mehr als Sinnlichkeit.

Und die Frauen? Sie glauben im Innersten immer noch, dass äußerer Schönheit und innere Güte, Sinnlichkeit und Hilfsbereitschaft, Jugendlichkeit und Erdverbundenheit ihnen bei der Partnersuche helfen. Männer schauen also angeblich oder tatsächlich ebenfalls danach, was ihnen in der Beziehung nützt. Weitere Eigenschaften, wie gute Ausbildung, Macht und Einkommen nützen ihnen wenig.

Lust und Sex als Honigtöpchen der Vergangenheit

Einstmals – so bis von 30, 40 Jahren – war Sex der Köder schlechthin, mit dem Frauen lockten. Die Lustgeschenke mussten wohldosiert werden, um den Mann endgültig einzuspinnen, aber sie wirkten. Dazu kamen dann noch all die anderen dankenswerten Eigenschaften: Etwas für ihn zu kochen, ihn langsam in eine gemeinsame Wohnung zu locken, seine Berufssorgen zu teilen.

Warum nicht alles in Ordnung ist mit der Partnersuche

Inzwischen hat sich etwas geändert. Viel, um genau zu sein. Frauen sind nicht mehr gezwungen, dem machtvollen Ernährer und Beschäler nachzurennen. Sie können ihr eigenes, selbstbestimmtes Leben führen. Sie sind gebildet, oft gebildeter als die Männer, mit denen sie aufs Gymnasium gegangen sind. Sie sind selbstbewusst und „stehen ihre Frau.“ Also alles in Ordnung?

Nein, leider nicht. Denn nachdem selbst die 1980-er Frau noch nach belieben „Hinaufheiraten“ konnte, ist diese heute wesentlich schwerer. Tendenziell heiratet heute nicht mehr der Boss die Sekretärin, der Arzt die Sprechstundenhilfe und der Handelsvertreter die Verkäuferin. Auch die zwar verpönte, aber dennoch beliebte Methode, sich trickreich in der Sozialhierarchie „hinaufzuschlafen“, ist nicht mehr so leicht möglich. Man trifft sich „auf Augenhöhe“ und heiratet auch entsprechend.

Irrtümer und Gefahren durch angebliche Augenhöhe

Ist das nicht sehr beruhigend? Nein, auf gar keinen Fall. Am besten sollten dies die „neuen“ Akademikerinnen wissen. Seit es gebildete Frauen im Überfluss gibt, der Anteil gebildeter Männer (und insbesondere hervorstechender Zeitgenossen) aber nicht entsprechend steigt, verschärft sich die Konkurrenz. Denn natürlich haben die Frauen, die „nach oben“ blicken, nicht völlig aufgegeben. Und in Wahrheit muss „frau“ nicht „gleich gebildet“ sein, sondern nur in den „gleichen Kreisen“ verkehren. Und nach wie vor kann sie mit Aussehen, Sinnlichkeit und Jugendlichkeit jede Frau ausstechen, die über dergleichen Attribute nicht verfügt.

Auch dies ist nicht in Ordnung: tatsächlich einstehen immer mehr Paare, die glauben, die „gleiche Augenhöhe“ zu haben. In Wahrheit sind es Pseudo-Eliten, die lediglich die Traditionen des Bürgertums des 19. Jahrhunderts fortsetzen: Unter sich zu bleiben. Eine Durchmischung der Gesellschaft durch Heirat findet nicht mehr statt. Was dies für die Entwicklung einer Gesellschaftsordnung bedeutet, dürfte bekannt sein: Konservative Cliquen versuchen, ihre Macht zu festigen.

Honigfallen verlieren ihre Wirkung – Sex wird inflationär angeboten

Bleibt mir noch über die Verwendung und Wirksamkeit von Honigfallen (aka Muschimacht) zu sprechen.

Der Wert von Sex als Geschenk hat inflationär abgenommen. Das heißt: Es ist für Frauen nicht mehr so einfach, Männer mit Sex zu ködern. Das bedeutet nun wieder, dass die Frauen, die es nicht besser wissen, die Methode „Mehr desselben“ einsetzen: Mit vielen Männern Sex zu haben könnte bedeuten, dass einer dabei „kleben“ bleibt. Leider schadet dies der Reputation, wenn’s publik wird. Frauen, die sehr auf ihre erotischen Fähigkeiten vertrauen, setzen entweder auf „Qualität“, falls ihnen dies möglich ist, oder auf ein bewährteres Rezept: Sich als „Gesamtkunstwerk“ aus Liebe, Sinnlichkeit, Erotik, Güte, Zuverlässigkeit und Sex zu vermarkten.

Wenn Ihnen, liebe Leserinnen, diese Sichtweise nicht gefällt, sind sie entweder betroffen oder Sie haben ihren eigenen Lebensstil entwickelt, der dem zuwiderläuft. Sollte das Zweite zutreffen, sage ich herzlichen Glückwunsch an ihre Adresse. Beziehungen sollten nicht ausschließlich auf gezielte Vermarktung beruhen, sondern auf dem Gefühl, glücklich leben zu können.

Bild: historisch, 1950er Jahre.

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