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Finden Empfehlungssysteme den perfekten Partner?

Wie in Deutschland, so ist auch in den USA der „richtige Weg“ zum Partnerübereinstimmungstest höchst umstritten. Der Robin Hood dort heißt Fernando Ardenghi, der Verteidiger des Systems (oder sagen wir besser gleich: der nonchalante Empfehler aller Systeme) ist Mark Brooks, und das Sandkastenspiel heißt: „Meine Verfahren sind aber viel besser als deine Verfahren“ – jedem Kommunikationsspezialisten müsste eigentlich klar sein: Das ergibt eine unendliche Prestigediskussion.

Es ist merkwürdig, dass der Firma IntroAnalytics, die wirtschaftlich ungleich mächtiger ist als Fernando Ardenghi, sofort die Möglichkeit zu einer Stellungnahme gegeben wurde, in der allerdings auch nicht mehr zu lesen war, als dass man lange am neuen System gearbeitet habe.

Man merkt am Text von Mark Brooks deutlich, dass seine Sympathien bei der Branche liegen, nicht beim Kunden, der in diesem Zusammenhang gar nicht erwähnenswert erscheint. Dabei bekommt man den Eindruck, dass der Partnersuchende zu einem Spielball zwischen Online-Journalismus, Wissenschaft und den kommerziellen Interessen der Anbieter wird – und das ist jammerschade.

Damit ich noch etwas zur Klärung beitrage: Bei dem System handelt es sich um ein „Empfehlungssystem“, die in ähnlicher Weise beispielsweise auch vom Buchhändler Amazon benutzt wird, woraus sich zwei Dinge für den Partnersuchenden ergeben: Man hält ihn für eine beliebig verfügbare Ware und man glaubt an solche Empfehlungssysteme, die auf ziemlich unzuverlässigen Daten beruhen: Sie versagen jedenfalls bei Menschen, die keine eindeutigen Präferenzen haben.

Ob man, wie Ardenghi, die Dinge dann gleich als „Pest“ oder „Müll“ bezeichnen sollte, ist Geschmackssache und weitgehend davon abhängig, ob man meint, dass eine Sachdiskussion überhaupt angebracht ist. Denn es gibt eine sehr einfache Frage, die die gesamte Diskussion beenden könnte:

Wenn wir den perfekten Partner finden wollen, so setzt dies voraus, dass es den perfekten Partner überhaupt gibt

.

Wenn wir dauernd davon reden, dass uns Partnerübereinstimmungstests oder Empfehlungssysteme den perfekten, jedenfalls aber den besten Partner aus den anderen herauslösen, haben wir genau dies bereits unterstellt. Und immerhin: Das könnte eine Meinung sein, die wirklich nichts als Müll wert ist. Übrigens stimme ich in diesem Punkt weitgehend mit bin ich in diesem Punkt mit dem Paarberater Dr. Arnold Retzer überein.

Zur Theorie solcher Systeme (kompliziert und in englischer Sprache): Gunawardana und Shani

Wenn Sie einmal über den Begriff „false-positive result“ stoßen und nichts damit anfangen können, die Liebepur hilft Ihnen selbstverständlich weiter.

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