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Gemächliches Dating mit schönen Worten aus der Schweiz

Ein Schweizer Unternehmer hatte eine – nach seiner Meinung – gloriose Idee: Man nehme ein angeblich neues „Matchingsystem“, eine etwas merkwürdige Vorgehensweise (gemächlicher, verbindlicher, menschlicher) und ein bisschen Gutmenschentum.

Das angeblich so neue Matchingkonzept wird zwar schön verpackt, aber nicht erläutert:

„Der gebührenpflichtige Dating-Club Lovebumble macht reife Liebessuchende achtsam aufeinander aufmerksam. Ein dafür speziell entwickeltes persönliches Matching-System macht dies möglich. Anders als bei anderen Anbietern ist Lovebumble kein Katalog von Gesichtern, den man eben mal schnell durchblättern kann. Mann und Frau muss sich mit seinem Gegenüber auseinandersetzen.“

Merkwürdig, dass inzwischen jede Firma mit ihrem Matchingsystem herumprahlt (die Großen tun es auch) aber niemand sagt, wie das eigene System funktioniert und welche Vorteile es gegenüber anderen hat – schließlich gibt es weder neue Erkenntnisse in der Psychologie noch in der Mathematik über die Partnerübereinstimmung. Die suche nach dem Konzert gestaltet sich übrigens auf der Webseite genau so schwierig wie in der Pressemitteilung – man verliert sich in Allgemeinplätzen wie:

„Aufgrund Ihrer Angaben erfolgt ein präzises Matching. Sie erhalten nie mehr als drei Partnervorschläge auf einmal, denn so hat jedes Mitglied die Chance, genau angeschaut zu werden.“

Was mich aber ernstlich stört, ist, dass in der Pressemitteilung so getan wird, als gäbe es bei den Wettbewerbern Menschenkataloge zum Aussuchen – und es ist eine ziemlich gewagte Unterstellung, dass man sich anderwärts nicht mit „seinem Gegenüber auseinandersetzen“ würde.

Das Schweizer Portal – ein Non-Profit-Unternehmen versucht. Mit einer Partnerschaft mit der Schweizer Aids-Stiftung weiter zu punkten – was im sicherlich die Aufmerksamkeit der betulichen bürgerlichen Presse der Schweiz sichern wird. Sinnvoll wird die Sache freilich nur dann, wenn wirklich gewinne erwirtschaftet werden, was angesichts der Wettbewerbslage schwierig sein dürfte.

Trotz aktueller Pressemitteilung blieb der Besucherstrom jedenfalls am heutigen Morgen aus: Zwei Mitglieder und sechs Gäste verzeichnete man in der an sich günstigen Mittagspause.

Immerhin – einen Vorteil hat die neue Börse: Man kann sofort sehen, was die Partnersuche kosten wird: 120 CHF für 6 Monate.

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