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Licht und Schatten: Online Dating scheint vorläufig gerettet zu sein

Der neue Dating-Bericht des Singlebörsen-Vergleichs ist heraus – und er ist so interessant, dass ich gleich mehrere Artikel darüber schreiben könnte. Ich möchte zunächst mit einer negativen Tendenz beginnen, um Ihnen dann die positiveren Seiten zu zeigen.

Sie mögen es glauben oder nicht: Etwa 80 Millionen Euro wurden in Deutschland durch Anbieter erwirtschaftet, die entweder ganz wenige oder gar keine weiblichen Mitglieder haben. Das sagen sie nicht in dieser Form, sonst würde sich ja niemand anmelden. In der Studie des Singlebörsen-Vergleichs heißt es:

Der Einsatz von Animateuren und Moderatoren wird in den AGB eingeräumt. In diesem Fall … besteht im Kontext der gegenwärtigen Gesetzeslage kaum rechtliche Handhabe gegen die Betreiber.

Ich habe mir die Sache einmal genau erklären lassen. Die Betreiber gehen davon aus, dass es relativ einfach gestrickte, aber durchaus notgeile Männer gibt, die trotz aller bedenken und Warnungen die Kreditkarte zücken, um eine Frau für den schnellen Sex oder eine einfach strukturierte Beziehung kennenzulernen. Dazu stellt der Betreiber Lockvogelangebote ins Internet und verschickt diese auch als E-Mail. Um mit den angeblichen Damen „chatten“ zu können oder „Post“ zu empfangen, müssen diese Männer Abos abschließen. Und dann? Wo nichts ist, kann man auch niemanden kennenlernen. Ob das Konzept wirklich „deutsch“ ist, bezweifle ich. Ich kenne ein Beispiel einer Mini-Börse aus Spanien und ein weiteres einer sehr großen Organisation aus dem Vereinigten Königreich, die nach dem Prinzip der „verschachtelten“ Singlebörsen arbeitet. Die Mitglieder werden dabei durch einen Trick von Singlebörse zu Singlebörse durchgereicht – und die Fakes (Falschprofile) tauchen immer wieder in ähnlicher Art, aber mit neuen Gesichtern auf.

In den Segmenten des Marktes verschiebt sich aber noch mehr: Das Urgestein, die offene Singlebörse, verliert weiterhin Markt- und Umsatzanteile. Nach der Studie fiel der Umsatz dieser Singlebörsen, die beim Singlebörsen-Vergleich „Kontaktanzeigen“ heißen (nicht zu verwechseln mit echten Kontaktanzeigen) etwa auf den Stand von 2004 zurück. Das kann nicht ganz mit dem Aufkommen des „Social Dating“ erklärt werden. Vielmehr schient es so, als ob die Suchenden entweder gleich zu Online-Partervermittern gehen würden oder sich – für die „kurze Beziehung“ – dann lieber für Casual Dating entscheiden, würden, das so gut wie ausschließlich auf Sexkontakten basiert.

Sie wollen mehr? Ich weiß mehr. Online-Dating ist jedenfalls erst einmal gerettet. Und um ganz ehrlich zu sein: Das ist auch gut so. Denn die Kritik, die ständig an Online-Dating geäußert wird, geht ins Leere: Partnersuche ist Partnersuche, und sie hat Licht- und Schattenseiten. Zu den Lichtseiten gehört in jedem Fall, dass die meisten Suchenden überhaupt „Dates“, also Verabredungen, bekommen. Denn ohne Dates, die „online“ angezettelt wurden, gäbe es insgesamt weniger Begegnungen – und das wäre nun wirklich sehr traurig.

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