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Die Krise der Online-Partervermittler

PARSHIP und die Krise der Online-Partervermittler – Starrsinn statt Innovationen?

Keine Frage: Online-Partervermittler setzen auf Traditionen wie Ehe, Familie, Eigentum, Beständigkeit und eine latent konservative Persönlichkeitsstruktur. Seit der Gründung von Branchenprimus eHarmony in den USA hat sich daran nichts geändert. Als PARSHIP ein ähnliches Konzept in Deutschland entwarf, mag man sich dessen zunächst nicht bewusst gewesen sein. PARSHIP vermied auch, das neue Unternehmen zu „amerikanisieren“, mit Werten zu überfrachten und das Christentum zur Leitlinie zu machen, wie dies bei eHarmony zeitweilig der Fall war.

Die konservativen Grundlagen – in Beton gegossen?

Der Weg zum Parter-Schlaraffenland ist mit Fragebogen gepflastert

Der Weg zum Parter-Schlaraffenland ist mit Fragebogen gepflastert

Doch die konservative Leitlinie ließ sich so gut wie gar nicht brechen. Grund war die Struktur, die aus technischen Gründen mit einem Fragebogen beginnen musste, der die Grundlage der Vermittlung beinhaltet. Von Anfang an wurde dieser Fragebogen als „wissenschaftlich“ deklariert und mit allerlei psychologischem Brimborium umkränzt. Man setzte (und setzt) ganz bewusst auf wissenschaftsgläubige Menschen, die sich einreden lassen, man könne die übereinstimmende „Eheeignung“ voraussagen. Zudem kam (und kommt) eines hinzu: Die Online-Partervermittler ziehen traditionell Menschen an, die das Risiko der Partnerwahl scheuen und sich dabei gerne „anleiten“ lassen. Fragwürdig ist auch, welche Persönlichkeitseigenschaften jemand hat, der sich tatsächlich akribisch durch das Fragengewirr kämpft und die Fragen zur Person dabei noch äußerst ernst nimmt. Nach innen wie nach außen versuchte man jahrelang, den konservativen Charakter der Unternehmen aufrechtzuerhalten – und scheiterte letztlich daran. Liebe, Lust und Leidenschaft kamen nicht vor, stattdessen setzte man restlos auf „wissenschaftliche Übereinstimmungen“ – auch dann, wenn sich Mitglieder über die vorgeschlagenen Paarungen empörten.

Sinkende Profite – kaum noch Investitionen

Neben diesen eher philosophischen Fragen stehen wirtschaftliche Fehlentwicklungen im Fokus: Galten Online-Partervermittler früher als Goldgruben, weil sie mit geringen Kosten enorme Profite erwirtschafteten, so änderte sich dies, als man zur Fernsehwerbung überging. Die Werbeausgaben fraßen einen großen Teil der Einnahmen – und damit fielen neben den Gewinnen eben auch die Investitionen.

Die Wettbewerber haben selbstverständlich ganz ähnliche Probleme, zumal, weil sich ihre Konzeptionen gleichen wie ein Ei dem anderen – und neue Konzepte sind nicht einmal am Horizont erkennbar. Und weil das so ist, heißt es: Friss dich durch den Fragebogen, Partnersuchender über 40, drücke die unverschämt hohen „Mitgliedsbeiträge“ ab, lass dich in Abo-System verwickeln – oder bleibe allein.

Eine hübsche Perspektive ist das nicht gerade, wie ich meine.

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