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Fernbeziehungen – schon einmal ernsthaft darüber nachgedacht?

Fernbeziehung: Reisen und Warten

Fernbeziehung: Reisen und Warten

„Wenn Sie in einer Fernbeziehung leben, dann haben Sie ja gar keinen Alltag“, sagte mir einmal eine Ehefrau, die offenbar „Alltag“ für etwas ausgesprochen Wertvolles hielt. Allerdings stimmt nicht wirklich, dass es „keinen Alltag“ gibt: Sie haben Alltag, aber nicht alle Tage. Nur eines haben Sie wirklich nicht: die ständige Anwesenheit beider Partner in der Freizeit.

„Fern“ kann jede Entfernung sein

Dabei ist der Begriff „Fernbeziehung“ ohnehin etwas unscharf: Eine sogenannte „Fernbeziehung“ kann sich über eine Entfernung von 30 Kilometern erstrecken oder über eine von 3.000 Kilometern, und sie kann mehr oder weniger fest im Leben verankert sein. Jede dieser Beziehungen hat ihre Eigenart, doch ist die Regel, dass man sich, so oft man kann, wenigstens am Wochenende sieht und an Werktagen mindestens einmal am Tag miteinander telefoniert. Das wird bei großen Entfernungen und unterschiedlichen Zeitzonen durchaus gelegentlich schwierig – und doch gibt es auch dies.

Generell kann man zwei Arten von Fernbeziehungen unterscheiden: solche, bei denen sich durch die Berufstätigkeit während einer bestehenden Beziehung entwickelt, und solche, bei denen die Beziehung bereits im Bewusstsein der Entfernung eingegangen wurde.

Wie wäre es mit einer Fernbeziehung?

Ich denke, für Sie wird am interessantesten sein, ob Sie eine Beziehung „über die Entfernung“ schon beim Kennenlernen in Betracht ziehen sollten.

Wenn sie jünger als 50, gesund, nicht zu arm, weltläufig, sozial relativ ungebunden und flexibel sind, steht ihnen die Welt der Fernbeziehungen offen. Sie können innerhalb der EU nahezu jeden Mann und jede Frau kennenlernen, mit der Sie wenigstens eine der Sprachen teilen, deren sie mächtig sind. Selbst, wenn sie aus irgendwelchen Gründen auf eine(n) Deutsche(n) beharren oder einen anderen deutschsprachigen Partner bevorzugen, können sie im Ausland fündig werden. Was viele ja wundert: Überall in Europa leben und arbeiten Deutsche.

Mein Rat: Überlegen Sie sich beizeiten, ob Sie an den Ort ziehen wollen oder können, an dem Ihr Partner wohnt. Wenn nicht, bleibt es bei der Fernbeziehung – und sie kann auf Dauer brüchig werden.

Fernbeziehungen sind meist nicht billig

Bei einer Fernbeziehung müssen Sie, je nach Art der Beziehung und Ihren beiden Wohnorte, mit erheblichen Mehrkosten rechnen als bei jeder anderen Beziehung. Flug- und Bahntickets, Benzinkosten und Taxifahrten wirken sich zumeist stark aus und kommen gut und gerne auf 500 Euro und mehr, wenn Sie über eine Entfernung reisen, die sich sinnvoll nur mit dem Flugzeug zurücklegen lässt.

Wenn der andere nicht nur „fern“ ist, sondern auch „fremd“ bleibt

Ihr Partner kann während einer Fernbeziehung etwas vor Ihnen verbergen: Alkoholismus, der am Wochenende beherrscht wird, die Woche über jedoch nicht. Eine zweite Liebschaft, die am Wochenende nicht zur Verfügung steht (weil verheiratet) oder eine ausgefallene sexuelle Lust, die sie/er Ihnen nicht offenbart. Bei Frauen sind dies meist „die kleinen Helfer“ in der Nachttischschublade, bei Männern die Freude an einem Besuch bei einer Dame, die exklusivere erotische Vergnügungen bietet als dies „übliche“ Freundinnen tun. Es gibt noch andere Dinge, die Sie normalerweise niemals erleben, wenn Sie eine Fernbeziehung führen. Überlegen Sie, ob Sie damit umgehen wollen und wenn ja: Wie?

Im Alter möglichst bald zusammenziehen

Mit jedem Jahr über 50 nehmen die Schwierigkeiten ein wenig zu, jedoch gibt es auch Paare, die noch mit über 60 Fernbeziehungen eingehen. Es lohnt sich dann aber zumeist, zu überlegen, wo man gemeinsam den Ruhestand verbringen will – es muss ja weder der Wohnort des einen noch des anderen Partners sein – auch eine andere Wahl wäre möglich.

Ein gemeinsamer Wohnort wird ohnehin früher oder später zum Thema. Geht einer der Partner in Pension oder in Rente, so ergibt sich für ihn ohnehin eine Umorientierung: Der Ruhestand eignet sich wunderbar, um einen Wohnortwechsel zu planen.

Einen Tipp hätte ich noch, wenn Sie aus der Fernbeziehung eine „Nahbeziehung“ machen: leisten Sie sich ein bisschen Freiheit, und fallen Sie nicht ständig bei Ihrem Partner ein. Er hatte vorher eine menge Zeit für sich – und ein bisschen davon würde er auch gerne noch haben, wenn die mit ihm zusammenziehen.

Haben sie noch fragen? Wenn sich einer mit Fernbeziehungen auskennt, dann ich. Seit sieben Jahren wohne ich allerdings mit meiner jetzigen Frau zusammen, was den alten Satz bestätigt: Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg.

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