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Ist die „große Auswahl“ an Partnern ein Problem?

Kleine Agenturen und Dating-Dienste werben sehr gerne damit, dass man bei ihnen eine überschaubare Auswahl von Partner habe. Dabei nehmen sie die Zahlen als Vergleichsbeispiele, die von den Marktführern veröffentlicht werden, und ich übertreibe nun mal bewusst: „Glauben Sie wirklich, dass sie unter fünf Millionen Partnern wählen wollen? Glauben Sie nicht, dass Ihnen die Auswahl unter weniger Partnern leichter fiele?“

Die Sache hat einen Haken: Kaum ein Partnerdienst hat wirklich so viele aktiv oder zahlende Mitglieder, wie er auf seiner Webseite als „Gesamtmitglieder“ angibt. Fachleute können in etwa ausrechnen, wie viele tatsächlich verfügbare Mitglieder die Dienste wirklich haben – und kommen auf völlig andere Zahlen. Bricht man nun diese Mitglieder auf Regionen herunter, und gibt man gibt drei bis fünf Kriterien hinzu, so befindet man sich plötzlich unter fünf bis 50 überschaubaren Mitgliedern in der eigenen Region – lediglich in Großstädten mag es vorkommen, dass man tatsächlich eine „riesige“ Auswahl hat.

Vergessen Sie also das Problem, eine „zu große Auswahl“ zu haben, sondern selektieren Sie einfach feiner, wenn es zu viele Angebote gibt, und gröber, wenn es zu wenige sind. Dann kommen Sie nach und nach auf eine günstige Auswahl.

Übrigens: Das ganze heutige Getue mit dem „Matching“ bringt nicht viel. Beschäftigen Sie sich lieber gründlich und bei ausführlichen Dates mit den Personen, die Sie vorher selbst „handverlesen“ haben – bei Singlebörsen aus dem Gesamtangebot und bei Partnervermittlern aus den angeblich „passenden“ Kandidaten. Wenn Sie mit Fachleuten sprechen, werden Sie ohnehin keine andere Meinung hören.

Übrigens weiß ich noch zwei Anekdoten, die Ihnen vielleicht zu denken geben: Die eine betrifft eine jüdische Einwanderin in die USA, die andere meinen Urgroßvater.

Ich schreibe mal zuerst die der Einwanderin (verkürzt) nach dieser Quelle:

Bevor sie den Vertrag mit dem Heiratsmakler unterschrieb, sah sie einen Mann, der den Tränen nahe war, weil ihn die Frau, an der er interessierst war, abgelehnt hatte. So fragte sie der Dame, die ihn ablehnte: „Meine Dame, sie wollen diesen Mann nicht? Er sieht wohl nicht gut genug aus für sie, nicht wahr?“ Nachdem die Dame genickt hatte, wandte sich die Einwanderin an den Mann: „Mein Herr, sie sehen für mich ganz gut aus – sehe ich auch gut genug aus, in ihren Augen?“ Er nickte. Daraufhin fragte sie ihn, ob er schreiben könne – und nachdem er dies bewiesen hatte, nahm sie ihn bei der Hand, zog ihn aus dem Büro des Partnervermittlers und sagte: „Nun lass uns heiraten“.

Nun die Zweite:

Als mein Urgroßvater zum dritten Mal heiraten wollte, weil seine zweite Frau verstorben war und er mit Haus, Hof und Kindern nicht alleine zurechtkam, ließ er sich zwei „Empfehlungen“ geben. Eine von ihnen war eine bislang unverheiratet gebliebene Gewerbelehrerin, zu der er sogleich reiste. Mit einer schweren Erkältung und gerötetem Gesicht macht er ihr den Hof, und sie lehnte ab. Er besann sich jedoch nach überstandener Erkältung noch einmal, reiste erneut zu ihr, wurde diesmal erhört und verlobte sich noch am nächsten Tag mit der Dame – übrigens meine Urgroßmutter.

Man sieht daran, dass es durchaus möglich ist, in Ehen „zusammenzuwachsen“, auch wenn es nur eine einzige Wahl gab. Nach der Liebe fragte damals allerdings kaum jemand – sie leuchtet entweder in die Beziehungen hinein oder blieb ein Leben lang draußen – Kinder zeugte man dennoch. Von meinen Urgroßeltern weiß ich, wie sehr sie einander geliebt haben. Sie haben eben einfach Glück gehabt.

Insofern waren die „alten Zeiten“ eben nicht ganz so gut – man wusste nie, was aus einer Ehe wurde, aber man musste sie ein Leben lang ertragen. Heute hat man die freie Partnerwahl – und da sollte es doch einem erwachsenen Menschen doch wohl möglich sein, unter fünf Kandidaten den richtigen Partner oder die richtige Partnerin zu finden.

Originalidee via Online Personal Watch

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