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Ist es eine Charakterfrage, niemals bezahlten Sex zu haben?

Verführung, Versuchung, Prostitution?

Verführung, Versuchung, Prostitution?


Die Moralisten kommen wieder aus allen Löchern, seit die Hurendiskussion via Schweden und Frankreich nun auch in deutschen Hirnen Gedanken an die „indirekte Gynäkokratie“ auslöst.

Der zwar liberale, aber dennoch umstrittene Kolumnist der „Süddeutschen Zeitung“, Thomas Kirchner, schreibt in seiner Kolumne „Die Charakterfrage“ zunächst ausgesprochen objektiv, warum Deutschland sich nicht am schwedischen Modell orientieren kann, das sozusagen den „Staatlichen Zwangsfeminismus“ vertritt, also die „indirekte Gynäkokratie.“ Nun kann man absolut der Meinung sein, dass der Staat die Macht über die Moral der Bürger haben sollte, weil die intellektuelle Gleichschaltung per Mehrheitsbeschluss nicht unbedingt gegen demokratische Regeln verstößt. Der Autor bemüht dazu beispielsweise das Rauchverbot. Zitat:

Darf man die Freiheit der Raucher beschneiden, weil andere darunter leiden? Man sollte, heißt es heute, und zwar kräftig. Es hat gedauert, bis die Gesellschaft zu dieser Ansicht gelangte. Aber irgendwann war es so weit.

Prostitution bedeutet: „bezahlter Gelegenheitssex“ und nicht mehr

Doch zurück zur Prostitution: Sie ist ja im Grunde nichts anderes als „bezahlter Gelegenheitssex“. Die Idee, Geld gegen Sex zu tauschen (oder auch nur Geld gegen den Wohlfühl-Effekt einer lustvollen Nacht) ist zwar nicht gerade originell, aber sie ist dennoch weitgehend akzeptiert. Daran setzt Kirchner an, der meint, „(Prostitution) … dürfte nicht mehr als etwas Urmenschliches und Selbstverständliches angesehen werden. Aber da rennt er offene Türen an, denn kaum jemand sieht Prostitution als „die Regel“ an, sondern alle reden (mit Recht) von der Ausnahme. Was Frauen und Männer von bezahlten Dienstleiserinnen/Dienstleistern wollen, ist ja etwas, dass sie sonst nicht bekommen – andernfalls würden sie kaum dafür bezahlen. Wurde dieser Aspekt jemals berücksichtigt? Wenn es für jeden Menschen jederzeit „Lust und Wonne“ gäbe, würde kein Mensch mehr ins Bordell gehen oder einen Escort-Mann bestellen.

Doch moraltriefend ist die Sache natürlich schneller abgehandelt – wieder im Kirchner-Jargon:

Männer müssten sich dann über ihr Verhältnis zu Frauen Rechenschaft ablegen, sie müssten sich fragen: Will ich meine Lust schrankenlos befriedigen können, auch wenn ich damit ein System nähre, in dem womöglich Tausende, wenn nicht Hunderttausende Frauen gedemütigt und ausgebeutet werden? Und sie müssten sich fragen, welches Frauenbild sie ihren Kindern vermitteln wollen: die Frau als gleichwertige Partnerin oder als Sexobjekt, über das man bei Bedarf verfügen kann?

Was wir Männer „müssten“, wissen wir besser als der Kolumnist der „Süddeutschen“

Was heißt denn da „müssten“? Jeder Mann versucht, sein „Verhältnis zu Frauen“ zu klären – sonst würde er nicht einmal in den Genuss einer Verabredung mit Frauen kommen, geschweige denn zu einer Affäre oder einer Ehe. Und jede Frau ist gezwungen, das Gleiche zu tun, wenn sie mehr als einen ONS von uns Männern will. Ja, und wir bemühen uns fast alle, Frauen wie Männer, um „gleichwertige Partnerschaften“. Und doch bewundern wir am anderen Geschlecht nun wirklich nicht nur die „Gleichwertigkeit“, sondern eben auch die Verführungskraft, die sie (völlig unabhängig vom Familienstand) auf uns haben.

Frauen sind nicht deswegen „bessere Menschen“, weil sie Frauen sind

Frauen sind weder „nichts als gleichberechtigte Partner“ noch sind sie „Sexobjekte.“ Sie sind Frauen mit sinnlichem Verlangen, das viele Facetten hat. Inzwischen „verfügen“ viele Frauen nahezu beliebig über ihre Sexualität, und sie nutzen sie in jeder Hinsicht, um sich das Leben schöner zu gestalten – und sicherlich auch uns Männern. Wenn es ums „Verfügen“ geht, wenn es darum geht, „Sexobjekt“ zu finden, die bei Frauen allerdings anders heißen, so holen Frauen gerade mächtig auf. Um es als Klartext in einem Satz zu schreiben: Frauen sind nicht die besseren Menschen, nur weil sie Frauen sind. Eine Diskussion über Prostitution ist mit diesen Argumenten völlige Unsinn.

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