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Warum ich für Sie schreibe – und wer dies Blog braucht

Es kommt wahrhaftig selten vor, dass ich einen englischen Artikel vor dem deutschen schreibe – aber ich musste es mir einmal von der Seele reden: Manche Dating-Blogs werden von Leuten verfasst, die keine Ahnung von irgendetwas haben, sondern bestenfalls im Internet anspruchslose Artikelchen suchen, die sie dann ohne nachzudenken lauwarm ins Netz stellen.

Natürlich sind auch deutsche Blogs betroffen: Wer Pressemitteilungen 1:1 veröffentlicht, führt kein Blog, sondern eine dreiste Werbekampagne für die Branche – denn die behauptet in ihren Pressemitteilungen bekanntlich das Blaue vom Himmel herunter.

Warum brauchen wir eigentlich Blogs wie dieses?

Bestimmt nicht, damit es Werbeinnnahmen regnet. Sondern damit klar wird, was möglich ist und was nicht, was wahrscheinlich ist und was an ein Wunder grenzt. Es nützt nichts, die 10 todsicheren Datingtipps in Variante Nummer 999 zu präsentieren, weil es diese Tipps gar nicht gibt. Nicht einmal die Branche selbst behauptet diesen Blödsinn – es sind schon eher die Autorinnen und Autoren, die morgens am Bleistift lutschen und sich fragen, was sie schreiben sollen.

Fragen Sie sich manchmal, warum ich Ihnen hier die Wahrheit hautnah um die Ohren schlage, zum Beispiel in Tacheles? Damit Sie nicht die negativen Erfahrungen machen müssen, die andere schon gemacht haben. Denn eines will ich nicht – dass sie enttäuscht umkehren und sagen: „Diese Welt ist nichts für mich“.

Derzeit ist es so: Da wird ein Haufen Werbung getrieben, um mehr oder weniger flachdenkerische Teenager in Web 2.0-Einrichtungen und Datingdienste zu treiben, wo sie „Spaß haben können“. Nichts gegen Spaß – aber die Vordenker und Werbefuzzys wissen natürlich ganz genau, dass sie damit ein paar Blah-Blah-Kids anlocken und keine wirklichen partnersuchenden Erwachsenen. Der Clou: Das interessiert keine Sau da draußen in der Presse.

Blah-Blah auch bei den Ratgeber-Tanten: Was dort steht, taugt für den stadtinternen Datingverkehr von München bis Leipzig bei stark eingeschränkter emotionaler Zurechnungsfähigkeit. Aber kann man es auch verwenden, wenn man sich von Zürich aus eine Liebe im Vereinigten Königreich suchen will (warum auch immer)? Oder wenn man zwischen Warschau und Düsseldorf pendelt und die Liebe weder hier noch dort so recht fallen will? Nein, nein, ich habe die Provinz noch nicht erwähnt, in der auch alles ganz anders ist – und die Jahrgänge über 30 oder gar über 50, die sich völlig anders verhalten als die wuseligen 23-Jährigen.

Die Welt des Datings ist eine höchst diffizile Welt – keine, die in die man mal mit dem übliche Ex-und-Hopp hineinhüpft. Sie verlangt Kenntnisreichtum in Kommunikation, Soziologie und Psychologie – und vor allem in tatsächlichen Verhalten der Menschen, die Partner suchen.

Ich weiß (und las es gerade erneut): „Blöd kommt gut“ oder wesentlich höflicher ausgedrückt: „Trotz profaner Inhalte wird die Webseite häufig besucht“ – nun – wundert Sie das? Gerade schreibt, die Glamour (die ja auch oft gelesen wird): „ICH HAB IHN – der große Test verrät, woran Sie den Richtigen erkennen“. Das finden Sie angeblich mit 10 Fragen heraus. Da frage ich mich nun wieder: Wie blöd muss man eigentlich sein, um das zu glauben?

Ich hoffe, Sie bleiben mir als Leserin oder Leser treu – denn ich will ernsthaft Ihr Bestes – und ich meine nicht: ihr Geld.

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