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Der Run auf die attraktiven Partner – hat das Sinn?

Haben Sie inzwischen schon von der angeblich „bahnbrechenden“ Studie von Elizabeth Bruch und Mark Newman von der University of Michigan gehört? Sie geisterte in vielen Variationen durch das Internet, wurde mal mehr, mal weniger seriöse aufbereitet und kommt nun in „Technology Review“.

Ich will kurz zusammenfassen, worum es ging: Es gibt zwei parallele Ansätze zur Partnerwahl per Attraktivität. Der eine geht davon aus, dass Partner auf „gleicher Attraktivitäts-Ebene“ gesucht werden. Der andere Ansatz sagt aus, dass immer die attraktivsten Partner gesucht werden, jedenfalls solange, wie zwischen der jeweiligen Attraktivität des einen und des anderen keine „Welten“ liegen.

Beide Thesen sind interessant – nicht nur für das Online-Dating. Und in beiden steckt eine Made: „Was ist eigentlich Attraktivität?“ Eine Eigenschaft? Eine Gruppen von Eigenschaften oder nur eine Zahl? Und mal ganz profan liebe Leute: Was haltet ihr von „Esst mehr Scheiße, Milliarden Fliegen können nicht irren?“

Hören wir mal, was die Forscher meinen:

Die beliebtesten Kandidaten sind nach ihrer Auffassung diejenigen, die auf Dating-Seiten das meiste Interesse auf sich ziehen, was sich an der Zahl der erhaltenen Nachrichten erkennen lässt.

Das also war die Annahme.

Das Ergebnis stand mittlerweile in den Überschriften der Zeitungen, die statt Journalisten auch gerne mal Abschreiber beschäftigen:

Sowohl Männer als auch Frauen suchen Partner, die im Durchschnitt 25 Prozent attraktiver sind als sie selbst.

Die Ergebnisse de Forschung sind allerdings so gut wie wertlos, denn die Feststellung „also solche“ bedeutet gar nichts. Erfolgreiche „Erstkontakte“ sind zwar die Vorläufern von Begegnungen, und Begegnungen können die Vorläufer von Beziehungen sein – doch diese Kette wurde nicht untersucht. Zum anderen ist und bleibt die Definition zweifelhaft, dass man an der Anzahl er Zuschriften die tatsächliche Attraktivität der Person feststellen kann. Immerhin steht kaum etwas anderes als ein Bild und eine vage Beschreibung zur Verfügung.

Immerhin entnehme ich der „Forschung“, was die Spatzen von den Dächern pfeifen: ja, es ist sinnvoll, auf das Profil einzugehen, und ja, es ist nicht aussichtslos, auch attraktivere Personen als „man selbst“ anzuschreiben. Aber es ist absolut unklar, wer am Ende „wirklich“ attraktiv ist.

Was noch zum Tragen kommt, ist übrigens dies: Die tatsächlich oder angeblich attraktiven Menschen hinter den Profilen, und hier vor allem Frauen, bekommen so viele Zuschriften, dass sie darunter zu ertrinken drohen. Was machen Sie denn, wenn Sie 1.500 Zuschriften bekommen? Sie können sie alle akribisch lesen oder alle in den Papierkorb werfen. Im ersten Fall verlieren Sie das Vertrauen in die Menschheit, im Zweiten werden sie voraussichtlich ein anderes Profil wählen, dass weniger attraktiv erscheint.

Und Hallo, Forscher … lasst uns in Ruhe mit eurem Zahlensalat, der auf Internet-Humus gewachsen ist. Die Realität findet hier unten statt, wenn sich die angeblich attraktiven Partner zum ersten Mal sehen.

Zitate: Heise-Publikation.
https://www.heise.de/tr/artikel/Partnerwahl-beim-Online-Dating-4168058.html

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