Dating: Spielen, sich anbieten oder sich verweigern?

Geschrieben von © Gebhard Roese •Dienstag, 21. Mai 2013 • Kategorie: datingratgeber


Das konservative Modell der Partnersuche lässt sich einfach beschreiben:

Der Mann geht an einen Ort, an dem sich Frauen befinden. Dort versucht er, auf sich aufmerksam zu machen. Gelingt ihm dies, so versucht er, eine der Frauen auf sich aufmerksam zu machen. Ist ihm auch dies möglich, so versucht er nun, diese Frau auch erotisch zu beeinflussen. Das Ziel kann sein, langfristig eine Lebenspartnerin zu suchen oder heute noch mit dieser Frau schlafen („Sex zu haben“).

Das alte Spiel mit der Verführung lebt weiter

Bei den meisten Frauen, die sexuell eher zurückhaltend und konservativ erzogen wurden (was bei Frauen über 40 häufig noch zutrifft), tritt nun ein Mechanismus ein, den ich gerne als „Spiel“ bezeichne. Der Mann versucht, die Barrieren möglichst leicht zu überwinden, die auch zwischen erotisch motivierten Fremden üblicherweise noch existieren. Er glaubt dabei, einen Prozess der Verführung einzuleiten, der immer dann vorzüglich gelingt, wenn die Frau innerlich in das Spiel einwilligt. Dem Mann fällt dabei die Rolle des „Drängenden“ zu, der Frau die Rolle der „Zögerlichen“. In diesem Spiel bedrängt der Mann die Frau, die ihn nur deshalb zurückweist, um die Ernsthaftigkeit seiner Bemühungen zu testen. Das Motto schient dabei immer zu sein: „Du kriegst mich – aber nur, wenn du dich auch anstrengst.“

Das Ende ist bei derartigen Begegnungen zwar offen, doch wenn gegenseitiges Interesse besteht, ist die Chance auf ein Frühstück zu zweit am Morgen nach dem Date durchaus realistisch.

Die Partnersuche sollte Freude bereiten

Ich bin der unverbrüchlichen Überzeugung, dass „Flirten“, „Dating“ oder „kennenlernen“ Freude machen sollte, und wenn jemand ein Spiel aus seiner Suche macht, so hat er voraussichtlich Spaß und Erfolg. Ich denke, jeder Mann weiß aus der Praxis, dass die Frau das Spiel in Art und Länge bestimmt, weil sie letztendlich entscheidet, wer sich in ihr soziales Leben, ihre Gefühle und ihren Körper einschleichen darf.
Das Kennenlernen per Blind Date hat aber inzwischen drei Varianten, zu denen das Modell nicht passt.

Fall Machtverlagerung: Frauen verführen von der ersten Sekunde an

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Die erste Variante besteht darin, dass die Frau das Spiel nicht unterschwellig auf den Punkt bringt, sondern von vornherein selbst steuert. Typische Situation: Sie hat nie wirklich Zeit für die „komplexe“ Partnersuche, , aber für diese Nacht hat sie die Kinder gut untergebracht, den Champagner kaltgestellt und sich so aufgemotzt, dass die Verführung einfach gelingen muss. Wird der Mann nicht wirklich initiativ, so lenkt sie ihn eben aus eigener Initiative zielsicher in ihr Bett – und möglicherweise auch in eine Ehe.

Fall barrierefreier Sex: Es ist Sex und sonst gar nichts

Die Nummer zwei, die recht neu ist, besteht darin, nahezu barrierefrei erotische Kontakte zu suchen. Das Stichwort heißt „Casual Dating“, und diese neue Form von Blitzkontakten wird von Frauen wie von Männern gleichermaßen gesucht und gefunden. Diese neue Form mag bei vielen Personen Bedenken hervorrufen, sie wird aber immer populärer, vor allem unter jungen Managerinnen, die behaupten, keine Zeit für Beziehungen zu haben. Sind sich beide einig, dass Sex das Ziel ist, müssen sie einander nicht lange umgarnen.

Fall romantische Beziehung: Vorsicht vor zu großer Spannung

Die dritte Variante gehört eher in Großmutters romantisches Bücherregal. Sie geht von Frauen aus, die „eigentlich“ einen Mann wollen, „aber bitte nicht so“. Sie glauben, dass die Beziehung sich nach dem Schema des Bürgertums der 1950er Jahre entwickeln müsste. Man trifft sich zunächst sehr gesittet, unternimmt dann kleine, harmlose Ausflüge miteinander, und gestattet dem Mann nach längerer Zeit, auch einmal sexuell aktiv zu werden. Das ist im Prinzip nicht falsch, kann aber nur noch selten durchgehalten werden. Man sollte sich vergegenwärtigen, dass bei solchen Begegnungen über sehr lange Zeit ein Spannungsbogen aufgebaut wird, der sich, ob ausgesprochen oder nicht, um die Frage dreht: „Wann werden wir miteinander schlafen?“ Das Problem dabei besteht darin, dass diese Frage nicht über lange Zeit „spielerisch“ behandelt werden kann, sondern in irgendeiner Form beantwortet werden muss.

Nicht beklagen, sondern der Zeit folgen, in der man lebt

Anhängerinnen der bürgerlich-romantischen Variante beklagen sich relativ häufig darüber, dass Männer ungeduldig sind und „zu schnell zum Ziel“ kommen, wollen – und oftmals nicht einmal „wirklich“ eine Beziehung zu wünschen. Das mag einerseits verständlich sein, man muss jedoch andererseits berücksichtigen, dass viele Menschen (nicht ausschließlich Frauen) versuchen, ihr Jugendverhalten in höherem Alter zu kopieren, was sich meist fatal auswirkt. Die Zeit hat sich inzwischen geändert und mit ihr die Menschen in der Umgebung, und von einem reifen Menschen verlangt man schnellere und zielsichere Entscheidungen als von einem Jugendlichen. Insofern ist es besser, sich der Zeit und den Umständen anzupassen, als diese zu beklagen.
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Mit 40 noch Nachhilfe in Sexualkunde?

Geschrieben von © Gebhard Roese •Samstag, 18. Mai 2013 • Kategorie: datingratgeber


Die Liebeszeitung – das Journal für die Liebe der Generationen „X“ und älter, das als Alternative für Frauenzeitschriften-Logik gedacht ist, hat ein heißes Eisen aufgegriffen. Sollten Frauen, die längere Zeit keine „Kontakte“ sprich „keinen Geschlechtsverkehr“ mehr hatten, noch einmal eine kleine Auffrischung ihrer Sexualkunde genießen?

Es könnet nicht schaden. Von uns Männern wir ja angenommen, dass wie von 18 bis 80 durchgehend Sexkontakte hatten, aber von Frauen nehmen wir dies aus Klischee-Erwägungen nicht an.

Nehmen wir an, Sie wären 40 und würden wieder „daten“. Ob Sie nun wollen oder nicht, bei irgendeinem dieser Dates wird der Punkt kommen, wo Sie sich wild und verwegen mit einem Mann ins Bett stürzen. Ärzte wollen festgestellt haben, dass es immer mehr „Geschlechtskrankheiten“ (sexuell übertragbaren Krankheiten) in der Generation 40-Plus gibt, und dass Online-Dating daran nicht ganz unbeteiligt sein soll.

Die fünf wichtigsten Fragen, bevor sie Sex mit ihrem Blind Date-Partner haben:

Was Sie hier lesen, ist ein sehr allgemeiner Rat: aber einer, der Sie vielleicht vom Hocker haut: Eigentlich sollten sie sich die gleichen Fragen stellen wie ein Teenager:

1. Was will ich wirklich?
2. Wie verhüte ich?
3. Was, wenn ich ihm im Bett nicht gefalle?
4. Wann muss ich mit dem Mann reden?
5. Was, wenn er ungewöhnliche Praktiken vorschlägt?

Nun gut – Sie können natürlich sagen, dass passiert Ihnen sowieso alles nicht. Sex gehört bei Ihnen nicht zu dem, was sie üblicherweise beim ersten Date schenken. Vertrauen Sie einem alten Hasen: Einmal ist immer das erste Mal – auch für Sie – und das selbst dann, wenn sie zuvor tausend Schwüre getan haben, „es“ niemals zu tun.
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Drei kurze Bemerkungen zum Online-Dating

Geschrieben von © Gebhard Roese •Freitag, 17. Mai 2013 • Kategorie: online-dating


Das Online-Dating befindet sich aktuell in einer Krise – doch die Unternehmer ignorieren dies. Teilweise führen sie einen ruinösen Kampf um Marktanteile, der nach und nach nur noch als öde empfunden wird, und andernteils verharren sie im Starsinn bestimmter Konzepte, die eigentlich aufgebrochen werden müssten. Zudem ist „Transparenz“ zum Fremdwort geworden, und der Klient wurde zum "Abonnenten" degradiert.

Drei kurze Bemerkungen sind fällig:

1. Partneragenturen (Online-Partnervermittlungen) arbeiten mit modernsten Werbemethoden, aber veralteten Konzepten. Auf Dauer helfen nur frische, einfachere und dennoch effektive Ideen, um Kunden zu gewinnen.
2. Casual Dating Agenturen treten nicht transparent genug auf. Wen kann man dort wirklich finden, und wer sollte sich dort anmelden? Dazu kommt, dass es einige neue Agenturen gibt, die ausgesprochen aggressiv mit Sex-Angeboten werben – sie zielen aber auf die gleichen Kunden.
3. Die meisten Anbieter sehen Online-Dating mittlerweile eher aus der Sicht der Geldgeber als aus der Sicht der Partnersuchenden. Obgleich dies überall beklagt wird, ändert sich daran nichts.

Warum dies so ist? Ich weiß es nicht. Es mag sein, dass man in den „oberen Etagen“ nicht mehr vom Kunden weiß und man auf die „unteren Chargen“ nicht hört. Sollte es so sein, blicken wir in eine traurige Zukunft.
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Die Woche in Dating: Fallen, Halbwahrheiten und bürgerliche Lügen

Geschrieben von © Gebhard Roese •Freitag, 17. Mai 2013 • Kategorie: dating wochenschau


Der wahre Datingexperte kennt keine Patentrezepte – er berät objektiv, und wenn dies möglich ist, auch noch individuell. Sicher, es gibt außer mir noch andere hervorragende Datingexperten, die erstens nicht am Tropf einer Partneragentur hängen, zweitens nicht akademisch verbildet (und daher praxisfremd) sind und drittens nicht zur „Flachleger-Fakultät“ gehören. Aber – es gibt eben auch mich. Falls Sie vorhaben, mich zu konsultieren: Ich bin für Sie nahezu täglich da und habe derzeit keine Wartezeiten.

Die beste Snglebörse ist vielleicht nicht die beste Singlebörse für SIE

Ich weiß, welches die beste Singlebörse ist - aber welche ist die beste für Sie? Sehen Sie, das kann ich erst beurteilen, wenn ich etwas über Ihrer Persönlichkeit weiß. Wenn Sie nur wissen, worauf Sie hinauswollen, kann ich Ihnen allerdings auch helfen, wie in diesem Artikel beschrieben.

Männer in selbst gestellten Angstfallen und in Sex-Fallen

Übrigens haben auch Männer Angst vor dem ersten Blind Date – nicht nur Frauen. Doch die Angst der Männer verwundert etwas: Sie befürchten, keinen vernünftigen Satz beim Date herauszubringen.

Kostenlos ist geil – und da kann man nur mit Bill Ramsey antworten: „… der Speck in dieser Mausefalle schmeckt so zuckersüß.“ Klipp und klar, Jungs: Wenn ihre eine Sexbörse für lau sucht, dann überlegt euch mal, ob ihr im Puff auch etwas umsonst kriegt.

Bürgerliche Verlogenheit, Kondome und Geschlechterkampf

Die bürgerliche Verlogenheit bei der Sexualität und die Zusammenarbeit zwischen Kirche und Machthabern, seien sie extrem rechts oder extrem konservativ, wird deutlich, wenn man sich die Geschichte des Hauses Fromm anschaut.

Ich plane, in den nächsten Wochen einige Beiträge darüber zu bringen, wie verlogen, doppelzüngig und erbärmlich Frauen und Männer sich heute wieder gegenseitig bezichtigen, verantwortlich für die „Misere“ der Gleichberechtigung und des Respekts voreinander zu sein. Dazu habe ich einige Anregungen aus zwei neuen Büchern entnommen. Eines ist „Fiese Kerle“ von Clarisse Thorn – es ist viel mehr als ein Buch über PUAs, vielmehr eine ernsthafte Diskussion über das Verhältnis der Geschlechter im Umbruch und aus zwei konservativen Grundhaltungen heraus.

Wissenschaft und Psychologie - das Zwielicht, die Konsequenz und die Ähnlichkeit

Wissenschaft ist nicht mehr das, was es mal war – da werden dürftige Thesen aufgestellt, und statt sie mit knallharten Forschungsergebnissen zu untermauern, fällt das Thema in die Hand der Spin-Doktors, die darauf ihre Süppchen kochen. Das Thema: Gleich und Gleich, neuerdings als „Ähnlich und Ähnlich“ abgeschwächt, wird immer wieder breitgewalzt – und das Volk? Das Volk glaubt es, weil es ja runtergeht wie Öl.

Ebenfalls „Wissenschaftlich“, diesmal von der amtierenden Psycho-Fraktion: Da wird die „gesunde Beziehung zu sich selbst“ strapaziert, die angeblich zu klaren Entscheidungen führt. Entweder das Manko in der Beziehung wird behoben, oder man trennt sich. Ene, mene muh – und aus bist du.

Steinige Zeiten: Willkommen in der Steinzeit

Das mit Abstand erbärmlichste las ich diese Woche im FOCUS: Dort hatte ein Redakteur die Steinzeitmenschen wieder ausgegraben und dafür einige angeblich ernsthafte Wissenschaftler etwas sagen lassen, was Wissenschaftler besser nicht behaupten sollten. Einen namhaften Anteil an dem Kokolores, der über die Beziehungen zwischen Frauen und Männern verbreitet wird, hat übrigens die Evolutionspsychologie. Sie sorgt dafür, dass wir als festgeschrieben ansehen, was wir dringend ändern müssen: unser aller Rollenverständnis.

Unfreiwillige Lacher - von Huren, Singlebörsen und Frauenzeitschriften

Der Lacher der Woche: Huren und Online-Dating in einem Atemzug zu nennen – als abschreckendes Beispiel dafür, was in einem sozialen Netzwerk nicht passieren darf: Sex.

Ebenfalls zum Ablachen – die ELLE bringt angeblich Sex-Geschichten. Leider lesen sie sich wie der Wetterbericht. Wieder einmal verpassen Frauenzeitschriften einen Trend – um des bürgerlichen Anstands willen?

Das fiel mir auf: Lesbisch zu sein, muss auf junge Mädchen unheimlich interessant wirken. Wie sonst könnte diese Meldung über die Schauspielerin Zoe Saldaña so spektakulär sein?

In eigener Sache: Ihre Werbung ist willkommen

Wie bereits seit Längerem angekündigt, kümmert sich Ina bei uns wieder um Lust und leid. Diesmal greift sie einen Artikel in einem US-Magazin auf, in dem zu lesen ist, was Sie bereits in der Küche haben, um ihr Sexleben aufzumischen.

In eigener Sache sagen wir gerne, wo jetzt unser „neuester Artikel“ steht.

Zum Schluss noch ein Satz, der sie erstaunen wird: Ich benötige Sponsoren, und zwar keine, die mir mit "Affiliate-Marketing" kommen. Dafür biete ich die besten Werbeplätze an: in der rechten Randspalte oben, direkt unter dem Titel oder in den Artikeln.

Reden Sie mit der Liebepur und sorgen sie dafür, dass wir objektiv berichten

Ja – und ein Satz, der schon lange nicht mehr fiel: Wenn Sie wollen, dass hier in der Liebepur über Ihr Unternehmen oder Ihre Absichten ausführlicher berichtet wird, dann müssen Sie schon vom hohen Roß herunter und mit mir reden. Ich habe Zeit für Sie, wenn Sie auch Zeit für mich haben – das ist ein fairer Deal, wie ich meine.
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Fiese Kerle – viel mehr als ein PUA-Enthüllungsbuch

Geschrieben von © Gebhard Roese •Donnerstag, 16. Mai 2013 • Kategorie: männer und frauen


Hand drauf: da steckt Wahrheit drin
Clarissa Thorn ist eine Ausnahmefrau, praktizierende SM-Anhängerin und Feministin, hat sich in eine Szene hineinbegeben, in der Frauen normalerweise nicht gerne gesehen werden: in die PUA-Szene, also in die Szenerie notorischer Trickverführer. Sie zeigt die Szene ungeschönt, entwickelt aber dennoch Verständnis für die Männer, die eigentlich nicht die „fiesen“ Kerle sind, als die sie gehandelt werden. Man könnte sagen, sie seine alles von „armen Säuen“, die leider nichts im Kopf haben als „Frauen flachzulegen“ und cleveren Geschäftsleuten, die fast gar nichts als etwas „Großartiges“ und „Geheimnisvolles“ vermarkten.

Wer das Buch liest, wird PUAs am Ende entzaubert vorfinden, aber sie weder hassen noch verachten – und vermutlich auch weder lieben noch fürchten.

Die Autorin schreibt gleich zu Anfang von der Beschränktheit der Gesellschaft, wenn es um männliche Sexualität geht. Wir kennen das in Deutschland ja auch: „Männer denken mit dem Schwanz“, sie wollen „viele heiße Weiber vögeln“, sind unersättlich beim Sex und wetteifern um die Qualitäten ihres Gehänges.

Natürlich ist davon nichts „wirklich wahr“. Es ist das, was Männer heraushängen lassen, wenn sie „unter Kerlen“ sind, wenn sie zeigen wollen, dass sie „Eier haben“. Leider ist es auch das, was von manchen Wissenschaftlern immer wieder behauptet wird. Männer sind unermüdliche Samenstreuer, die aus ihrem Steinzeittrieb heraus möglichst viele Frauen flachlegen wollen.

Nun ist es nur so: So falsch wie das Männerbild ist auch das Frauenbild, das in ähnlicher Wiese hie und da in der Wissenschaft, aber auch in Etepetete-Frauenkreisen gepflegt wird. Da ist die Frau die Edle, die Bewahrerin, die Hüterin ihres Unterleibs, an den sie kaum jemanden heranlässt, wenn sie klug ist.

Die Autorin stellt fest: Trotz aller Fortschritte sind unsere gesellschaftlichen Ansichten über Sexualität problematisch – und wie problematisch. Zitiert wird Thomas MacAulay Miller, der schreibt:

Wir leben in einer Kultur, die Sex nicht als Akt, sondern als Sache versteht, in diesem Modell ist Sex wie eine Handelsware; Frauen haben sie und Männer versuchen, sie zu bekommen.


Er folgert, dass Frauen dadurch zugleich Verkäuferinnen von Sex und Beschützerinnen und Bewahrerinnen der Sexualität degradiert würden – eine Rolle, der niemand auf Dauer standhält.

Das Buch zeigt an vielen Beispielen auf, dass es in Wahrheit gar nicht um PUAs und ihre oft etwas verschrobenen Ansichten geht, sondern um Klischees, die Frauen von Männern haben und Männer von Frauen. Wer das Buch sorgsam liest, wird finden, dass sich diese Klischees auflösen lassen – denn so unterschiedlich sind die Ansichten jener Menschen nicht, die Sex als etwas Positives ansehen.

Ja, und was ist nun mit den PUAs? Ganz klar – sie werden überschätzt, aber viele von ihnen wissen das auch. Nur sagen dürfen sie es nicht – es schadet dem Geschäft. Denn die Gurus der Szene wollen vor allem Geld machen – das ist der Grund, alles andere ist Showgeschäft. Dazu gehört auch die ständige Beteuerung, dass der neueste Guru ganz anders sei als alle vor ihm, dass er ein völlig neues Geheimnis entdeckt habe und dass die anderen Gurus nicht den Weg der Erleuchtung gefundene hätten, den er gefunden hat.

In Deutschland, so wollte ein Berliner PUA wissen, sei die Szene ohnehin völlig anders, da würde viel mehr auf das „Inner Game“ geachtet (Inner Game=Selbstmanipulation). Frau Thorn lächelte daraufhin und sagte: „Das sagen sie alle, dass sie ganz anders sind.“
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dating experte

Was ist eigentlich Dating? Was ist eigentlich "Dating"? Sie wollen es genau wissen? Dann sind Sie hier goldrichtig. Unser Autor und Dating-Experte Gebhard Roese erläutert Ihnen den Begriff.

Erfahrung zählt: der Dating-Experte
Dating ist eine aus dem englischen Sprachbereich stammende Bezeichnung, die aus dem Begriff des "Dates", also der Verabredung, abgeleitet wurde. Mit einem Date bezeichnet man im Englischen zunächst jede Art von Treffen. Im US-amerikanischen Sprachgebrauch wird das Wort "Dating" oft als das Treffen eines Paares zum gegenseitigen Kennenlernen benutzt. In den USA wurde das Zusammentreffen von Frauen und Männern in eine ganze Dating-Kultur verwandelt, die bis in die heutige Zeit nach festen Regeln abläuft. Allerdings halten sich die Bewohner von modernen Metropolen wie zum Beispiel New York immer weniger an die überkommenen Regeln.

Das Wort „Dating“ wurde in den deutschen Sprachgebrauch übernommen, wo es ausschließlich für das Treffen eines Paares zum Kennenlernen verwendet wird.

Dating in Deutsch

Das deutsche Wort für den Prozess des "Datings" ist die Partnersuche, für ein einzelnes Date sagt man "ein Treffen". Nach neuester Definition im Duden ist Dating im Deutschen immer das Verabreden mit wechselnden Partnern. Der Duden lässt offen, zu welchem Zweck solche Verabredungen stattfinden.

Man unterscheidet mittlerweile verschiedene Arten von Dating. Im nächsten Absatz werden zunächst zwei Arten nach der Vorgehensweise unterschieden.

Paralleldating oder Seriendating?

- Paralleldating ist eine Art, die aus den USA kommt und besagt, dass man sich parallel mit unterschiedlichen Partnern trifft. Es dürfen nach US-Vorstellung aber nicht zu viele sein und man sollte während des Parallel-Datings noch keinen Sex mit ihnen haben.
- Serielles Dating ist die in Europa übliche Art, eine Weile zuerproben, on man auch langfristig zueinanderpasst – oder wieder auseinanderzugehen, wenn sie sich keine dauerhafte Harmonie einstellt.

Neuer Begriff: Downdating

Downdating ist eine Sonderform der Partnersuche. Dabei entscheidet man sich bewusst, einen Partner auf der nächstniedrigeren sozialen/gesellschaftlichen/finanziellen Ebene zu suchen. Diese Art der Partnersuche entsteht überall dort, wo der Anteil weiblicher Akademiker am Partnermarkt zunimmt.

Dating nach dem Medium

Online-Dating oder Internet-Dating bezeichnet die Art, über das Medium „Internet“ zusammenzukommen. Alle anderen Dating-Formen heißen seither „Offline-Dating“ oder einfach nur „Dating“. Das deutsche Wort „Partnersuche“ ist hier allerdings bei Weitem aussagefähiger. Außerdem bezeichnen die Begriffe „Proximity Dating“, „Speed Dating“ und „Social Dating“ besondere Arten, die man mit den Medien oder Lokationen verbindet. Dabei ist:

- Speed Dating eine Veranstaltung „im richtigen Leben“, bei der sich mehrere interessierte Singles vorstellen – in der Regel hat man etwa sieben Minuten dazu Zeit.
- Proximity Dating ist Dating per Handy (Mobiltelefon), bei dem man den Ort, an dem sich der Partner befindet, per GPS lokalisieren kann.
- Social Dating bedeutet, sich innerhalb einer Internet-Gemeinschaft, also aufgrund künstlicher sozialer Verbindungen, kennenzulernen und später zu treffen.

Dating nach dem gewünschten Erfolg

Das gewöhnliche Online-Dating oder die Partnersuche an sich sollte als Ziel haben, einen dauerhaften Partner zu finden. Es wird nicht näher bezeichnet. Früher waren Begriffe wie „Ehegesuche“ oder „Suche nach einer dauerhaften Beziehung“ üblich. Im Englischen sagte man auch „Long Term“. Im Internet sind es „Online-Partnervermittler“ oder „Online-Partneragenturen“, die dergleichen dauerhafte Beziehung stiften wollen.
Andere Datingformen, die darauf abzielen, einen Partner für „kurze Zeit“ zu finden, heißen (in Europa, in den USA ist dies geringfügig anders) „Casual Dating“ oder „Sex Dating“. „Casual Dating“ zielt in der Regel auf auf Affären (kurze Beziehungen, die von Leidenschaft geprägt sind) , Sex Dating auf ONS (einmaligen Sex).

Wenn Sie Fragen haben: Ich beantworte so gut wie alle Fragen persönlich am Telefon oder per Email.