Was einer Frauenrunde zum Online-Dating einfällt

Geschrieben von © Gebhard Roese •Dienstag, 9. April 2013 • Kategorie: online-dating


Ein soeben gelesener Artikel im „Wochenblatt“ zeichnet sich dadurch aus, dass er wenigstens ehrlich ist: Eine Gruppe von Frauen unterhält sich über die Möglichkeiten und Grenzen von Online-Dating und zieht dabei einen Vergleich zum „konventionellen Dating“.

Dabei werden nicht, wie sonst üblich, nur Vorurteile und Klischees bedient, sondern es kommen auch Sätze vor, die lesenswert sind:

Bevor man den Typen dann aber erst einmal eine Chance gibt, und es überhaupt soweit kommt, dass ein Date vereinbart wird, sortiert man die Kandidaten oft vorschnell aus.


Ganz stichhaltig ist das Argument allerdings nicht, denn auch im „wirklichen Leben“ sortiert man aus, indem man nur Plätze aufsucht, an denen man ähnliche Interessenlagen erwartet. Die Vorauswahl ist also ebenfalls gegeben, nur funktioniert sie anders.

Im Artikel wird aber etwas anderes deutlich: Die Wünsche der beteiligten Frauen stimmen mit den Realitäten nicht überein. Die Autorin jedenfalls ist der festen Überzeugung, es sei „das reine Glück, jemanden zu finden, der sich als der einzig Wahre entpuppt.“

Darin ist schon zweierlei falsch: Erstens gibt es „den Richtigen“ nicht, sonder nur „einen der Möglichen“, und zweitens existiert das „reine Glück“ in der Partnersuche nicht – außer vielleicht bei Gustav Gans, dem Glückspilz von Entenhausen.

Auch sonst bin ich skeptisch, zumal dann doch wieder ein Klischee bedient wird:

Wie die Wissenschaft längst weiß, entscheidet ja der Eindruck der ersten Sekunden, ob zwei Menschen überhaupt zusammenpassen.


Was die „Wissenschaft längst weiß“, kann ebenso leicht widerlegt werden: Die ersten Sekunden einer Begegnung entscheiden darüber, ob man innerlich „flüchtet oder standhält“, und sie hat damit in der Tat Einfluss auf den weiteren Verlauf der Begegnung. Das bedeutet nun aber noch keinesfalls, dass beide „zusammenpassen“, sondern reicht oft höchstens für einen ONS oder eine Sechswochenbeziehung.

Es mag ja sein, dass „Frauen anders denken“ – aber ich entdecke doch immer wieder Reste bürgerlicher Romantik in weiblichen Beiträgen zum Thema Dating, die man kaum als im Kern „geschlechtsspezifisch“, bezeichnen kann.

So wird uns wohl das Thema „Macht Online-Dating die Romantik kaputt?“ noch so lange erhalten bleiben, wie die bürgerliche Romantik fortgeschrieben wird – sei es im Herzen oder in Kitschromanen.
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Selbstversuch beim Dating – wirklich ein ernsthafter Versuch?

Geschrieben von © Gebhard Roese •Dienstag, 9. April 2013 • Kategorie: online-dating


Wenn Journalistinnen oder Journalisten Selbstversuche beim Dating unternehmen, sollte man immer skeptisch sein. Wenn man den gewünschten unterhaltsamen Artikel im Auge hat, kann man nicht zugleich ernsthaft und sinnreichen einen Partner suchen – und die meisten hatten es ja auch gar nicht vor. Sie wollten mal, wie der Schwabe sagt, in etwas „hineinschmecken“.

Im Allgemeinen dienen solche Artikel dazu, Klischees zu bedienen oder zu erhärten. Dazu passt, dass modernes Online-Dating als „Quasi eine moderne Form der arrangierten Ehe“ bezeichnet wird. Wer so etwas schreibt, hat keine Ahnung, was eine „arrangierte Ehe“ zu bürgerlichen Zeiten bedeutete.

Was macht man aber, wenn es dennoch Online-Dating sein soll, weil zahllose Single-Affentänzchen nichts gebracht haben? Nun, die Sache läuft so ab, wie sie eben ablaufen, wenn Menschen ohne feste Absichten an etwas herangehen, was feste Absichten erfordert: lustlos. Am Ende sagt die Autorin, was eben alle sagen, die im Herzen Prinzen, Rosen und Grimms Märchen haben: „Mir fehlen die Romantik, das Überraschende, die Leichtigkeit.“

Ja, und dann folgt da noch dieser denkwürdige Satz.

Am Ende profitieren andere von meiner Suche nach einem Mann, der in mein Leben passt und den ich da auch haben will.


Ja, wirklich – es muss scheußlich sein, wenn Dienstleistungen bezahlt werden müssen, nicht wahr? Fragt sich nur: Wenn man selbst keinen Partner findet, und kein anderer Weg gut genug ist, welche Erfolgsaussichten hat man dann noch?

Zitate: TAZ.
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Die "neue Frau" – zufrieden und "singlekompetent"?

Geschrieben von © Gebhard Roese •Sonntag, 7. Oktober 2012 • Kategorie: männer und frauen


Reste einer Herrenparty mit zahlreichen Damen?

Ich lerne ein neues Wort: Singlekompetenz. Es würde sich lohnen, solche Wortschöpfungen anzuprangern und sie in die Liste der Unworte aufzunehmen, doch dass überlasse ich den Menschen, die (noch) Sprachkompetenz haben. „Singlekompetenz“, so lese ich weiter, hätten vor allem Frauen.

Gemeint ist die Fähigkeit, zufrieden alleine leben zu können. Oder besser, die Möglichkeit, sich ein solches Leben einzurichten und auszufüllen. Natürlich konnten Menschen immer alleine leben, solange sie ein festes, nicht zu geringes Einkommen hatten, körperlich gesund waren und emotional das Alleinsein ertrugen. Doch in der Zeit vor etwa 1970 stand diese Möglichkeit zwar vielen Männern, aber nur wenigen Frauen offen.

Die Gründe für die Veränderung sind schnell genannt: Mit beginnender Emanzipation und der Möglichkeit, hohe Einkommen zu erzielen, änderte sich der soziale Status vieler Frauen. Erst entdeckte sie, dass Geld, Macht und Ansehen durchaus Zufriedenheit erzeugen kann, dann holten sie weiter aus und begannen, sich Männer „für gelegentlich“ zu suchen - meist unbezahlt, gelegentlich aber (je nach Alter und Attraktivität) auch bereits gegen „Zuzahlungen“.

Gegenüber der Öffentlichkeit versuchen nun manche Frauen, diese Entwicklung zu verherrlichen: Sie bezeichnen das Singledasein als einen glücklichen Zustand und versuchen, einer sozialen Welt gleichgesinnter beizutreten, die das auch so sieht.

Die oberflächliche Psychologie, die sich heute in den Dienst des Populismus stellt, will gar nicht mehr wissen, welche Frauen wie wann und wo bereuen, keine wirklich schönen Beziehungen erlebt zu haben. Sie stellt stattdessen Frauen und Männer gegeneinander auf, als würden wir Schach miteinander spielen. Männer haben demnach mehr Schwierigkeiten, das Singledasein zu genießen. Würden Sie es jedoch "in vollen Zügen" nach eigenen Vorstellungen genießen, so wären es wieder Frauen, die uns Männer dafür anprangern würden.

Schmusen, Gefälligkeitssex und Kaufsex - wie wäre das für Männer?

Sollte „Singlekompetenz“ ein sozialer Wertfaktor sein, dann hätten die Männer am meisten davon, die sich ein schönes Leben mit Musen für die Seele, Gefälligkeits-Sex von Freundinnen oder Kaufsex von Expertinnen machen würden. Sie würden auch „Singlekompetenz“ beweisen, wenn sie sozial ganz in abgeschotteten Männergesellschaften aufgehen würden. Halten wir doch mal fest: „Singlekompetenz“ ist überhaupt kein sozialer oder persönlicher Werfaktor – es ist ein Unwert, der sich in keiner Weise sozial auszahlt.

Ach, das ist meine einseitige Sichtweise? Dann beachten Sie bitte, dass ich über ein Unwort schreibe: über „Singlekompetenz“. Es bedeutet nicht das Gleiche wie „Verantwortung für sich selbst tragen zu können“, ja nicht einmal, „Selbstzufrieden zu sein“.

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Mobile: Wenn man die Frauen hat, hat man den Umsatz

Geschrieben von © Gebhard Roese •Mittwoch, 22. August 2012 • Kategorie: mobile dating


In diesem Zustand schalten Sie die Verortung besser aus
Mann kann Mobile Dating (mit Verortung, andere Formen zählen hier nicht) auf eine einfache Formel bringen: Niemand braucht es wirklich, aber es ist ein nettes Spiel – und ein gefährliches Spiel.

Abseits der „Märkte“, die überhaupt kein Gefühl für die Erwartungen und Sorgen der Menschen haben, wird Mobile Dating durchaus kontrovers diskutiert.

Das wichtigste Problem sind Sicherheitsbelange, und genau sie werden weltweit unterschätzt.

Mehr Vergewaltigungen durch Mobile Dating?

Sie werden eine ungeheure Zunahme von sexueller Belästigung und von Vergewaltigungen feststellen – weil Leute genau wissen, wo Sie sind, (und vielleicht …) wie viele Drinks Sie schon hatten.


Das ist nicht alles - wenn ein Mitglied einer derartigen Flirtbörse weiß, wo sich eine Frau befindet, kann er diesen Ort auch an andere weitergeben – es ist noch gar nicht abzusehen, wie viel Unheil damit angerichtet werden kann.

Zweifel am Mobile Dating: Ganztätig ohne Privatsphäre?

Dating-Experten gehen noch weiter: Sie bezweifeln, dass es außerhalb der Party- und Bar-Szenerie überhaupt eine sinnvolle Anwendung für Mobile Dating mit Verortung gibt. „Die Applikationen kann jeder herunterladen, und Single zu sein kann auch jeder behaupten“, sagte uns spontan eine Dame, die wir fragten, was sie von solchen „Apps“ hält. Andere bezweifeln, dass man die „Apps“ überhaupt ganztägig und an jedem Tag aktiv hält.

Wenn sie nur dann angeschaltet werden, wenn man ausgeht und sich wirklich schön gemacht hat, nützen sie wenig,


weiß die Liebepur – denn dann kommt die „kritische Masse“ niemals zustande, die man benötigt, um wenigstens in Großstädten Erfolg zu haben.

Andere Dating-Experten stimmen dem zu: „Nicht jede Frau möchte sich überall begaffen lassen“, sagte eine US-amerikanische Expertin sinngemäß.

Sie möchte wenigstens vorher die Lippen nachziehen und etwas Nettes anziehen.


Wenn Mobile Dating seriös wäre - was dann?

Nehmen wir einmal an, dass Mobil Dating etwas Seriöses wäre (was allgemein bezweifelt wird), dann müsste ein Frauenanteil von wenigstens 50 Prozent erreicht werden, damit Dates zustande kommen – denn ohne Dates werden auch Flirt-Apps schnell langweilig. Tatsächlich beträgt der Anteil aber gegenwärtig nur 20 Prozent – wobei zusätzlich gilt: Das „Radar“, also sie Verortung, wird von Frauen oft abgeschaltet. Zudem wird immer wieder behauptet, dass Frauen oft nur die Apps herunterladen und ausprobieren, aber niemals aktiv einsetzen.

Was wird also in Zukunft mit "Mobile Dating" geschehen?

Die Branche ist skeptischer als sie in der Öffentlichkeit zugibt, unter hinter vorgehaltener Hand sagt Ihnen jeder in der Branche (nicht nur beim Mobile Dating):

Ein schmutziges Geheimnis der Branche ist, dass du etwas brauchst, was Frauen anzieht. Dann kommen die Männer von selber.


Frauen, Frauen, Frauen – im Mobile Dating ist es schwerer, mit Fakes zu arbeiten als bei Sexbörsen. Bekanntlich kann man mit einem Frauenanteil von sieben Prozent eine florierende Sexbörse betreiben. Die Zukunft des Mobile Dating wird also dadurch bestimmt werden, wie viele Frauen man dazu bringen kann, sich ganztags verorten zu lassen – und wie viel davon wirklich ein Date wollen.

Das Fazit ist eher ernüchternd: Gewinnen wird der Unternehmer, der viele Frauen an Land zieht – denn wer die Frauen hat, der wird auch Umsatz erzeugen. Doch wie man die Frauen dazu bekommen will, sich jederzeit verorten zu lassen, das steht bislang in den Sternen.

Mehr und Herkunft der Zitate Nicht wörtlich übersetzt): NPR.
Via: Online Personal Watch.
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Schicke Liebe in Fesseln: Was Frauen nicht sagen dürfen

Geschrieben von © Gebhard Roese •Donnerstag, 22. März 2012


Es war vor etwa 15 Jahren. Eine junge Architektin gestand mir, dass sie sich nichts sehnlicher wünsche, als von ihrem Mann gefesselt zu werden … und bei all dem, was dann folgte, solle er sie bitte nicht schonen. All dies wollte sie ausschließlich von ihrem Mann bekommen, der sich aber davor fürchtete, in das Spiel einzuwilligen.

Was ich damals noch nicht wusste: Es ist eine gängige Fantasie. Was ich hier schildere, ist lediglich die die Kindergartenversion für meine Leserinnen und Leser, die ein bisschen schreckhaft sind, wenn es um Unterwerfungen geht.

Überwältigt, niedergerungen … und … schweißüberströmt ans Bett gefesselt zu werden“, so schreibt Helene Aecherli in der Schweizer Frauenzeitschrift „Annabelle“, „und dem Partner und vor allem sich selbst vollkommen ausgeliefert zu sein, ist doch DIE erotische Fantasie von Frauen schlechthin.“

Gut, dass dies eine Frau schreibt – Männer wären sofort des Platzes verwiesen worden, wenn sie es behauptet hätten. Doch Insider überraschen diese Wünsche auf gar keinen Fall: Die „Spielzeuge“, die in Erotik Online-Shops gekauft werden, dienen oft dem Zweck, den Partner in seiner Bewegung zu hemmen, also auf Deutsch zu fesseln. Dazu noch einmal Frau Aecherli mit einem weiteren Zitat aus Annabelle:

Leiterinnen von sexuellen Selbstfindungsseminaren wissen das schon längst: Wenn Teilnehmerinnen aufgefordert werden, Utensilien mitzubringen, die sie schon lange mal beim Sex verwenden wollten, sich aber nie getrauten, dann hätten die meisten Handschellen und Seidenfesseln im Gepäck.


Die Autorin hat weitere Erfahrungen gemacht, die ich Ihnen als Lektüre anempfehle. Die Feministinnen, die jetzt dicke Backen bekommen, sollten besser ihren Mund halten. Denn obgleich die Fesselung und die Unterwerfung manchmal als „typisch für dumme Weibchen“ gebrandmarkt werden, ist nichts dran: Männer lieben sie ebenso wie Frauen. Nicht das Geschlecht und die damit angeblich verbundene Veranlagung ist die Ursache, sondern der Zugewinn an Macht: Nur mächtige, selbstbewusste Frauen und Männer leiben die Demütigung, andere leiden darunter. Sich fesseln und demütigen, schlagen und erniedrigen zu lassen, ist also ein Beweis für die Emanzipation, nicht für den Rückfall in die Rolle des „Weibchens“.

Womit mal wieder klar wäre: Das idiotische Spiel: „Männer sind brutale Wölfe“ und „Frauen sind sensible Lämmlein“ funktioniert überhaupt nicht mehr. Auch Wölfinnen wissen heute, wie man sich in einen Schafspelz kleidet, um sich einmal richtig wie ein dummes kleines Schäfchen verwöhnen zu lassen. Übrigens: Frauen über 40 sollen besonders wild auf Rollenspiele sein, meint ein bekannter Schweizer Dominus – laut Helene Aecherli, die ihn gesprochen haben will.

Lesen können Sie zum Thema auch ein Buch in englischer Sprache: “Fifty Shades of Grey” von E. L. James. Auch sinnvoll zu lesen: Franziska Gerstenberg: „Spiel mit mir“, das deutlich „harmloser“ mit einem ähnlichen Thema umgeht.
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