Alt und jung heiraten – wenn einer hässlich, dumm oder arm ist?

Geschrieben von © Gebhard Roese •Donnerstag, 23. Mai 2013 • Kategorie: dating und wissenschaft


Die Cougar - schön, verführerisch, abstoßend oder gar nicht existent?


Hollywood ist nicht Chitlin' Switch – so ungefähr könnte man ausdrücken, was US-amerikanische Forscher nun anhand von Paaren herausgefunden haben, die einen erheblichen Altersunterschied aufweisen.

Denn anders als in Hollywood kommt hier nicht die alternde Schönheit mit dem jungen Beau zusammen, und der reiche Lustgreis heiratet keines seiner süßen Sugar-Babies, mit denen er sich umgibt.

Cougars - gar nicht existent?

Die attraktive Cougar, die ihren süßen Toyboy spazieren führt? Die Forscher konnten keinerlei Beweise darauf finden, dass es ein Cougar-Phänomen gibt, also keine extreme Anziehung der 40-50-jährigen Frauen auf süße Jünglinge, und auch umgekehrt wurde kein Schuh draus. Allerdings mussten sie zugeben, dass es eine Ausnahme gab: Möglicherweise sind die süßen Toy-Boys doch ähnlich attraktiv wie die Frauen, die sie geheiratet haben. Für alle anderen aber gelte: Ist der Altersunterschied groß, so ist einer der Partner weniger attraktiv als bei Paaren, die in etwa im gleichen Alter sind.

Nicht nur die Attraktivität, auch das Einkommen, die Ausbildung und die geistigen Kapazitäten würden stark voneinander abweichen, wenn der Altersunterschied groß sei. Bei Paaren etwa gleichen Alters sei dies seltener der Fall, so die Forscher.

Heiratschancen vergrößern - im Alter herunter gehen oder hinaufgehen

Als möglichen Grund nannten die Wissenschaftler, dass die Partnersuchenden, die keine attraktiven Einkommen hätten, sich in möglicherweise in soziale Netzwerke begeben würden, in denen man Personen recht unterschiedlichen Alters finden könne – dies erhöhe die Heiratschancen. Entsprechendes mag auch für Menschen gelten, die weniger attraktiv oder nicht sehr intelligent sind.

Die Grundlagen der Forscher waren statistische Daten über erste Eheschließungen (USA) aus den Jahren 1960 – 2000, die gewöhnlich als verlässlich gelten.

Die Studie rief sogleich einen Betreiber einer „Sugar-Baby“-Vermittlung auf den Plan, der diese Forschungen nutzte, um das Gegenteil zu behaupten: nämlich dass Sugar Babys nicht nur schön sind, sondern auch intelligent. Was man dort für eine „gute Beziehung“ hält, ist allerdings kaum eine Ehe, sondern eine Beziehung, von der das Sugar Baby „finanziell profitiert“.

Doch die Studie wirft nicht nur bei „Beziehungen gegen Geld“ Fragen auf, denn ein Ort, an dem sich „soziale Kontakte“ zwischen Personen recht unterschiedlichen Alters ergeben können, ist natürlich auch „gewöhnliches“ Online-Dating.

Je mehr Affäre, umso nützlicher ist die Beziehung

Am Ende kann man leicht ein Fazit ziehen: Je mehr die Beziehung einer Affäre ähnelt, umso sinnvoller sind Altersunterschiede, auch von der „Cougar“ und anderen Frauen über 50 zu Männern, die erheblich jünger sind. Denn aus ihr lässt sich wirklich „neue Lebensenergie“ schöpfen. Ebenso ergeht es ja Männern, die erheblich jüngere Frauen zu ihren Geliebten machen. Wer solche Affären eingehen will, sollte jedoch immer bedenken, dass sie zumeist schnell wieder vergehen. Ist die Beziehung „emotional gestützt“, so verfliegt die Attraktivität mit den Jahren trotz aller Bemühungen, und ist sie „finanziell gestützt“, so findet der Sugar-Daddy oder die Sugar-Mommy für ihr Geld auch schnell Ersatz. Warum ich die Liebe nicht erwähne? Weil die Personen nur selber wissen, wie viel Liebe sie in der Beziehung fanden, wie viel Wollust war und wie viel Illusion.

Bild: Illustration nach einem Foto. © 2013 by liebesverlag.de
Ihre Bewertung dieses Artikels:
Derzeitige Beurteilung: keine, 0 Stimme(n) 42 Klicks

Evolutionspsychologen - Märchenerzähler der Menschheitsentwicklung?

Geschrieben von © Gebhard Roese •Dienstag, 14. Mai 2013 • Kategorie: dating und wissenschaft


Kaum eine wissenschaftliche Disziplin ist so umstritten wie die Evolutionspsychologie – erst kürzlich musste ich darauf hinweisen, wie erbärmlich die These ist, wir verhielten uns „wie die Steinzeitmenschen“. Das Falsche daran ist nicht der Rückgriff auf die Evolution, sondern das Märchenland der Psychologie, das an die Evolution „angeschraubt“ wurde, aber das hinten und vorne nicht passt.

Theorien dieser Art sind nicht nur an den Haaren herbeigezogen, sie vergiften auch das Zusammenleben der Geschlechter und die Entwicklung von Beziehungen.

Wir halten uns an einem Märchen fest“, schreibt der Journalist Daniel Berger in einem neuen Buch, „The Other Side of Desire“. Er glaubt, dass die Lüste der Frauen, ihr Verlangen und begehren sowie ihr Sinnlichkeit nicht der Wahrheit entsprechen. Zur eher konservativen Sichtweise schreibt er (Zitat aus der NYP)

Wir halten daran mithilfe der Evolutionspsychologie fest, einer wissenschaftlichen Disziplin, deren zentrale Theorie darin besteht, Frauen mit Männern zu vergleichen. Es ist eine Theorie, die kaum auf Fakten beruht – die aber (tief) in unser Bewusstsein eingedrungen ist.


Was sollen wir eigentlich von „Wissenschaftlern“ halten, deren Theoriegebäude darauf beruht, dass alles, was uns Menschen ausmacht, auf den Unterschied zwischen Frau und Mann beruht? Man könnte noch einen Schritt weitergehen: Was sollen wir von Menschen denken, die auf diese Weise einen Keil zwischen heutige Frauen und heutige Männer treiben?
Abstimmungszeitraum abgelaufen.
Derzeitige Beurteilung: keine, 0 Stimme(n) 1589 Klicks
Tags für diesen Artikel: , ,

Warum uns die Steinzeit beim Date einholt – oder auch nicht

Geschrieben von © Gebhard Roese •Montag, 13. Mai 2013 • Kategorie: dating und wissenschaft


Echte Steinzeit: Treiber, Jäger, Elche
Der Steinzeitjäger in mir fühlt sich heute unbehaglich. Warum? Weil ich nicht mit dem Rücken zur Wand sitze? Oder weil ich noch kein rohes Mammutfleisch gegessen habe und auch noch keiner blauäugigen Artgenossin mit sinnlich durch die Behaarung blitzenden Titten hinterhergejagt bin? Nein, weil ich vor einer Computertastatur sitze und über die Liebe nachdenke. Das ist nicht artgerecht. Na klar.

Oh, das habe ich mir nicht mal eben so aus dem Finger gesaugt. Es ist mehr oder weniger die Essenz eines Zitats des Ethnologen Harald Meller aus Sachsen-Anhalt. Ja, von dem erfahre ich gerade: „Ich lebe nicht artgerecht.“ (Alle Zitate nach FOCUS)

Na klar – meine Partnersuche verlief auch nicht artgerecht. Online-Dating ist nun mal nicht das, was der Steinzeitmensch getan hätte. Und doch will ein anderer Forscher, der Soziobiologie Ulrich Frey, mir sagen, dass er anhand von „Zeitungsanzeigen“ (aha!) festgestellt habe, dass Männer sich vor allem für junge Frauen interessierten, von denen zu erwarten sei, dass sie Kinder gebären könnten. Frauen, so der Forscher, suchten in Zeitungsanzeigen hingegen

(suchten in Zeitungsanzeigen hingegen) ... besonders häufig Männer mit hohem Prestige und ausreichend Besitz, die in der Lage seien, den Nachwuchs zu versorgen.


Mächtig muss er sein, und viel Kohle haben ...
Dazu sollte ich vielleicht anmerken, dass wir von der Steinzeit reden, nicht vom Neolithikum und nicht von der Neuzeit, also von einer Zeit, die etwa vor 2,6 Millionen Jahren begann und vor 12.000 Jahren endete. Na klar, damals suchten sich unsere Vorfahren-Weibchen die Kerle nach Besitz und und Prestige aus, nicht wahr? Boing, Boing. Dass der Nachwuchs nicht durch die Väter versorgt wurde, vergessen wir mal ganz schnell und empfehlen einen Besuch im Leipziger Zoo bei unseren noch in der Steinzeit lebenden Verwandten.

Wie gut, dass FOCUS-Autor Harald Wiederschein wenigstens noch den Archäologen Florian Westphal befragt hat, nicht wahr? Der sagte nämlich klipp und klar, dass wir eigentlich nichts Genaues über die Steinzeitmenschen wissen, nicht einmal, wie groß die Gruppen waren, in denen sie jagten. Was den FOCUS freilich nicht daran hinderte, zu titeln „Im Grunde sind wir alle noch Steinzeitmenschen“.

Eigentlich logisch, nicht? Wissen über die Steinzeit ist Macht, und nichts darüber wissen macht auch nichts. Hauptsache, die Überschrift macht an.

Alle Bilder: © 2006- 2013 by Liebesverlag.de
Abstimmungszeitraum abgelaufen.
Derzeitige Beurteilung: keine, 0 Stimme(n) 110 Klicks
Tags für diesen Artikel: , , , ,

Ist Online-Dating mitverantwortlich für mehr Geschlechtskrankheiten?

Geschrieben von © Gebhard Roese •Mittwoch, 1. Mai 2013 • Kategorie: dating und wissenschaft


Die modernen Formen von Blind Dates mit potenziellem Sofortsex, aber auch Billig-Bordelle sollen mitverantwortlich sein für die Zunahme von „STD’s – (sexuell übertragbaren Krankheiten) – meint Professor Dr. Norbert Brockmeyer in einem Gespräch mit ntv.

Doch der Professor weist noch auf etwas Anderes hin, das auch der Liebepur Sorgen macht: die neue Prüderie, oder, wie der Professor sich ausdrückte, „eine totale Tabuisierung der individuell gelebten Sexualität gegenüber.“

Die Sexualität, so scheint es, ist nur pseudo-befreit worden. In Wahrheit fehlt es allenthalben an Aufklärung, Ehrlichkeit und Offenheit.
Abstimmungszeitraum abgelaufen.
Derzeitige Beurteilung: keine, 0 Stimme(n) 5927 Klicks
Tags für diesen Artikel: , , , , , , ,

T-Shirt schnüffeln – alte Kamelle nun bei ShopAMan

Geschrieben von © Gebhard Roese •Montag, 15. April 2013 • Kategorie: dating und wissenschaft


Wissen ist Macht - aber bekanntlich gilt im Boulevardjournalismus eher "nichts wissen macht nichts", so dass folgenden Satz in die Welt gerät:

Pheromone sind Duftstoffe, die durch die Nase wahrgenommen werden und unbewusst das sexuelle Verhalten beeinflussen.


Das schreibt – wie könnte es anders sein – das Boulevardblatt BZ, und verkündet damit die Unwahrheit, jedenfalls, was Menschen betrifft. Möglicherweise halten uns die Journalisten für wilde Säue, denn, so weiß Wikipedia:

Ein weiteres Beispiel (für Pheromone) ist das Androstenon, ein Duftstoff des Ebers, der bei rauschigen Säuen zuverlässig die Duldungsstarre auslöst.

„Duldungsstarre“ – schönes Wort, nicht wahr? Wünscht sich ja vielleicht mancher wilde Macker – wirkt aber auf bei „rauschigen“ Menschenfrauen überhaupt nicht. Wäre ja auch schrecklich für die meisten von uns, nicht wahr?

Nichts als die alte Kamelle "T-Shirt beschnüffeln"

Um was es geht? Mal wieder um die durchgeschwitzten T-Shirts. Auch die dahinter stehende Theorie ist brüchig. Dabei geht es um die Kompatibilität oder Inkompatibilität von Genen, die für das Immunsystem wichtig sind. Angeblich können Personen, die über identische Immunsysteme verfügen, einander „nicht riechen“, was aber nicht bedeutet, dass Personen, die unterschiedliche Gene dieser Art haben, schon zusammenpassen.

So, und – last, not least: Das Ganze betrifft eine Veranstaltung, die der E-Darling-Ableger „ShopAMan“ veranstaltet. Zu der sollen Frau und Mann mit (also nicht in) einem im Drei-Nächte-T-Shirt erscheinen, um dann heftig zu schnüffeln. Im BZ-Artikel fehlt dann auch nicht das Reizwort „Traumpartner“. Man denke: Einmal an einem T-Shirt geschnüffelt, schon einen Traumpartner gefunden.

Früher hätte man Menschen als paraphil bezeichnet, die an getragenen Höschen … Pardon, an getragenen T-Shirts schnüffeln. Jetzt finden sie auf diese weise ihren Traumpartner.

Na schön, das ganze ist nichts als ein Werbegag – da muss man wohl etwas Nachsehen haben mit den Veranstaltern – und mit den Journalisten, die so etwas verbreiten.
Abstimmungszeitraum abgelaufen.
Derzeitige Beurteilung: keine, 0 Stimme(n) 182 Klicks
Tags für diesen Artikel: ,

dating experte

Was ist eigentlich Dating? Was ist eigentlich "Dating"? Sie wollen es genau wissen? Dann sind Sie hier goldrichtig. Unser Autor und Dating-Experte Gebhard Roese erläutert Ihnen den Begriff.

Erfahrung zählt: der Dating-Experte
Dating ist eine aus dem englischen Sprachbereich stammende Bezeichnung, die aus dem Begriff des "Dates", also der Verabredung, abgeleitet wurde. Mit einem Date bezeichnet man im Englischen zunächst jede Art von Treffen. Im US-amerikanischen Sprachgebrauch wird das Wort "Dating" oft als das Treffen eines Paares zum gegenseitigen Kennenlernen benutzt. In den USA wurde das Zusammentreffen von Frauen und Männern in eine ganze Dating-Kultur verwandelt, die bis in die heutige Zeit nach festen Regeln abläuft. Allerdings halten sich die Bewohner von modernen Metropolen wie zum Beispiel New York immer weniger an die überkommenen Regeln.

Das Wort „Dating“ wurde in den deutschen Sprachgebrauch übernommen, wo es ausschließlich für das Treffen eines Paares zum Kennenlernen verwendet wird.

Dating in Deutsch

Das deutsche Wort für den Prozess des "Datings" ist die Partnersuche, für ein einzelnes Date sagt man "ein Treffen". Nach neuester Definition im Duden ist Dating im Deutschen immer das Verabreden mit wechselnden Partnern. Der Duden lässt offen, zu welchem Zweck solche Verabredungen stattfinden.

Man unterscheidet mittlerweile verschiedene Arten von Dating. Im nächsten Absatz werden zunächst zwei Arten nach der Vorgehensweise unterschieden.

Paralleldating oder Seriendating?

- Paralleldating ist eine Art, die aus den USA kommt und besagt, dass man sich parallel mit unterschiedlichen Partnern trifft. Es dürfen nach US-Vorstellung aber nicht zu viele sein und man sollte während des Parallel-Datings noch keinen Sex mit ihnen haben.
- Serielles Dating ist die in Europa übliche Art, eine Weile zuerproben, on man auch langfristig zueinanderpasst – oder wieder auseinanderzugehen, wenn sie sich keine dauerhafte Harmonie einstellt.

Neuer Begriff: Downdating

Downdating ist eine Sonderform der Partnersuche. Dabei entscheidet man sich bewusst, einen Partner auf der nächstniedrigeren sozialen/gesellschaftlichen/finanziellen Ebene zu suchen. Diese Art der Partnersuche entsteht überall dort, wo der Anteil weiblicher Akademiker am Partnermarkt zunimmt.

Dating nach dem Medium

Online-Dating oder Internet-Dating bezeichnet die Art, über das Medium „Internet“ zusammenzukommen. Alle anderen Dating-Formen heißen seither „Offline-Dating“ oder einfach nur „Dating“. Das deutsche Wort „Partnersuche“ ist hier allerdings bei Weitem aussagefähiger. Außerdem bezeichnen die Begriffe „Proximity Dating“, „Speed Dating“ und „Social Dating“ besondere Arten, die man mit den Medien oder Lokationen verbindet. Dabei ist:

- Speed Dating eine Veranstaltung „im richtigen Leben“, bei der sich mehrere interessierte Singles vorstellen – in der Regel hat man etwa sieben Minuten dazu Zeit.
- Proximity Dating ist Dating per Handy (Mobiltelefon), bei dem man den Ort, an dem sich der Partner befindet, per GPS lokalisieren kann.
- Social Dating bedeutet, sich innerhalb einer Internet-Gemeinschaft, also aufgrund künstlicher sozialer Verbindungen, kennenzulernen und später zu treffen.

Dating nach dem gewünschten Erfolg

Das gewöhnliche Online-Dating oder die Partnersuche an sich sollte als Ziel haben, einen dauerhaften Partner zu finden. Es wird nicht näher bezeichnet. Früher waren Begriffe wie „Ehegesuche“ oder „Suche nach einer dauerhaften Beziehung“ üblich. Im Englischen sagte man auch „Long Term“. Im Internet sind es „Online-Partnervermittler“ oder „Online-Partneragenturen“, die dergleichen dauerhafte Beziehung stiften wollen.
Andere Datingformen, die darauf abzielen, einen Partner für „kurze Zeit“ zu finden, heißen (in Europa, in den USA ist dies geringfügig anders) „Casual Dating“ oder „Sex Dating“. „Casual Dating“ zielt in der Regel auf auf Affären (kurze Beziehungen, die von Leidenschaft geprägt sind) , Sex Dating auf ONS (einmaligen Sex).

Wenn Sie Fragen haben: Ich beantworte so gut wie alle Fragen persönlich am Telefon oder per Email.