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März '10



liebe pur - der führende ratgeber für partnersuchende
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Die Schweizer und das sogenannte Kinder-Kondom

Die Basler Zeitung ist auch nicht mehr das, was sie mal war. Heute um 14.36 zeigte mein Radar im Internet an, dass die Basler Zeitung wie auch der Tagesanzeiger über ein „Kinder-Kondom“ schreiben, doch gegen 17.14 wurde der Titel im Online-Bereich geändert: Jetzt heißt es also „«Jugend-Kondom» der Aids-Hilfe stösst auf grosse Skepsis“, was nicht bedeutet, dass dies in der Basler wirklich so steht (siehe Ausriss von 19:30).

Annähernd 50 Zeitungen und Zeitschriften griffen heute das Wort „Kinder-Kondom“ auf, das angeblich von dem kostenlosen Boulevardblatt „20 Minuten“ kreiert worden sein soll, und selbstverständlich schrien auch wieder einmal die üblichen verdächtigen Zeter und Mordio, dass in der Schweiz überhaupt Kondome an Jugendliche ausgegeben würden. So sagte die Nationalrätin der Christlichen Volkspartei, Brigitte Häberli,

Indem Kinderkondome an den Schulen verteilt werden, wächst unter den Schülern der Druck, früh Sex zu haben - obwohl sie doch noch lieber mit dem Velo herumfahren würden.


Wir nehmen dankend zur Kenntnis, wie eine Christlich-Volksnahe Sexualaufklärung aussehen könnte:

Fahrt Velo, Buben, dann braucht ihr keinen Sex, und wenn ihr zufälligerweise mal mit eurer Freundin in den Wald fahrt und doch Sex habt, dann braucht ihr auch kein Kondom. Wenn’s Kinder gibt, dann wisst ihr doch: wo Gott ein Häschen gibt, da gibt er auch ein Gräschen.


Falls Sie immer noch nicht wissen, was Sie davon halten sollen: Es gab viele Quellen – aus der besten habe ich zitiert.

Falls Sie an seriösen Informationen über die Jugendsexualität in der Schweiz interessiert sein sollten: Bitte schön, Ihnen kann geholfen werden (PDF).

Ausriss Basler Zeitung (online-Ausgabe):


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Geschrieben von Gebhard Roese

01.03.2010 um 20:01:03

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Dating-Geschichten sind nicht immer Dating-Realität

Ich weiß nicht, ob Sie manchmal eine Geschichte aus Ihrem Leben erzählen. Wenn Sie es tun, dann wissen Sie: Ein Teil davon haben Sie wirklich so erlebt, und einen Teil haben Sie dazugeflunkert, um die Geschichte auf einer Party wirklich witzig darbieten zu können. Genau so verhält es sich auch mit Dating-Erfahrungen: Manche Menschen beten Ihnen Ihre gesamte, zumeist misslungene Dating-Biografie herunter, und wenn sie das tun, reichern sie diese mit zahllosen Korrekturen der Realität an. Würden diese Geschichten nämlich so erzählt, wie sich tatsächlich zugetragen hat, dann würden dies die Erzählerin oder den Erzähler entlarven.

Fiel Ihnen eigentlich jemals auf, dass kaum ein Partnersuchender, geschweige denn eine partnersuchende Frau, ihre sinnlichen Genüsse in den Dating-Erzählungen aneinandergereiht hat wie eine Perlenkette? Haben Sie jemals gelesen: „Ich hatte diese Woche drei Dates, und es gab jedes Mal erregenden Sex – wirklich irre gut, nicht wahr?“ Oder auch „ich habe eine Fülle neuer sinnlicher Erfahrungen gemacht, und von nahezu jeder meiner Partnerinnen eine wunderschöne Erinnerung mit nach Hause genommen?“

Nun können wir natürlich nicht behaupten, dass niemand nur positive Erfahrungen beim Dating macht. Jeder hat da seine Geschichte auf Lager, und solange sie so endet: „ja, und in dem Fall habe ich mich wohl vergriffen“, hat sie einen sinnvollen Schluss. Doch wenn eine Geschichte so negativ abläuft wie die andere, wenn man selbst immer der Held, der Gerechte und Aufrechte ist – und die anderen immer die miesen Schweine oder blöden Tussen - dann, ja dann empfehle ich, mit dem Dating erst einmal auszusetzen, denn dann gibt es ein Problem, das nicht an dieser schlechten Welt und nicht an generell unzüchtigen Männern, zickenhaften Frauen und widrigen Umständen liegt.

Dann muss man an die eigene Persönlichkeit heran.

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Geschrieben von Gebhard Roese

28.02.2010 um 16:59:56

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Vegetarier: Sind „Fleischfresser“ als Partner tabu?



Es gibt Menschen, die kein Fleisch essen, und sogar solche, die sowohl auf Fleisch und Fisch wie auch auf Eierspeisen verzichten. Einige von ihnen bestehen darauf, nur mit Menschen zusammenzuleben, die auch vegetarisch leben wollen, andere aber trenne Tisch und Bett: Während es im Bett durchaus fleischlich zugeht, trennen sie am Tisch ihre Speisen. Es ist eine Herausforderung an die Toleranz, aber es ist sicher nicht die größte Herausforderung, die sich ein Paar wählen kann.

Nun mag ja sein, dass bei einer deutschen Partnerbörse „vegetarische oder vegane Mitglieder gefragt“ seien – und es könnet möglicherweise sogar zutreffen, dass die Mitglieder dort keine „gemischtgläubigen“ Ernährungsgewohnheiten wünschen.

Aber daraus gleich einen Trend zu machen oder gar eine Ideologie? Das erscheint uns als Liebepur ein bisschen eigenartig, zumal, wenn man den Originalinhalt einmal dazuspielt:

„Indem wir vegetarische Partnerschaften ermöglichen, möchten wir uns gleichzeitig für die weitere Verbreitung des Vegetarismus als Alternative zu Fleischwahn und Umweltzerstörung einsetzen", schrieb der Inhaber des Unternehmens.

Übrigens kenne ich ein sehr glückliches Paar, bei dem sich beide abweichend ernähren – und ich habe bereits früher Menschen kennengelernt, die aus Liebe weit größere Herausforderungen und Risiken eingegangen sind.

Was meinen Sie? Sind „Fleischfresser“ und „Salatblattknabberer“ generell unvereinbar?

Foto © 2005 by peterasten

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Geschrieben von Gebhard Roese

07.02.2010 um 21:29:56

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Warum ein Wörterbuch jugendgefährdend ist

Wer sich noch selbst mithilfe eines Konversationslexikons sexuell „aufklären“ musste, weil Schule und Eltern kein Interesse daran hatten, der wusste es zu schätzen, das gute alte „Vierbändige“ – von 32-bändigen Prachtausgaben mit mehreren Bildbänden einmal ganz abgesehen.

Nun, in den USA müssen gerade 9000 Schüler ohne den berühmten „Webster“ auskommen – dort hat eine Schulbehörde entschieden, das Wörterbuch vorläufig einziehen zu lassen, bis eine Kommission sich darüber klar wird, ob es jugendgefährdend ist.

Die moralischen Bedenken eines besorgten Elternteils richteten sich gegen das Stichwort „Oralverkehr“. Wir behandeln es kurz und knapp in unserem Lexikon, und Jugendlichen empfehlen wir eigentlich immer, doch einmal bei Hilde van der Ploeg vorbeizuschauen, wenn von unbekannten Sexbegriffen die Rede ist.

Übrigens stand in den alten Konversationslexika tatsächlich nicht über Phänomene wie “Coitus in axiella, ore oder inter mammas“ – da versteckt man sich noch vornehm hinter dem Latein, das dem Volke nicht geläufig war.

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Geschrieben von Gebhard Roese

26.01.2010 um 12:04:57

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Die Gier nach Geld – und dem perfekten Partner

Im Film hat es der Betrüger Dieter Glanz leicht, gierigen Frauen und Männern das Fell über die Ohren zu ziehen. Warum sie verblendet waren? Eigentlich aus zwei Gründen: Erstes waren sie geldgeil, und zweitens glaubten sie, einer seltenen Elite von Menschen anzugehören, die über ein besseres Wissen verfügt als der Rest der Welt. Das geht mit kleinen Schneeballsystemen los und endet mit den gigantischen des „Dieter Glanz“, dessen Charakter einem deutschen Hochstapler und Wirtschaftskriminellen nachgebildet wurde.

Bei der anschließenden Diskussion gestern im ARD-Fernsehen zeigte sich, dass vorgefasste Urteile wie „diese gierigen Kapitalisten sind an allem Schuld“ zum Redemüll von gestern gehören. Die Gier nach Geld, Ruhm, Macht und Ansehen gab und gibt es überall und immer.

Eine andere Begierde, die noch in meiner Jugend eher selten war, ist heute in Mode gekommen: die Gier nach dem perfekten Partner. Die Brücken zwischen „einem Partner, der möglichst gut zu mir passt“ über „den wirklich passenden Partner“ bis hin zum „dem echten Traumpartner“ werden schnell überquert – und wer auf der letzten Plattform landet, nämlich der Suche nach „der Traumfrau“ oder „dem Traummann“, den hat die Gier bereits fest im Griff.

Die Übergänge – dies ist mir bewusst – sind fließend. Doch gerade auf der letzten Stufe, der nackten Gier nach dem „Besten, was der Markt zu bieten hat“ findet ein Maskenball statt: Sich zur Traumpartnerin zu maskieren, gelingt sogar (männlichen) Teenagern in Ghana, allerdings nur in halbseidenen Singleportalen. Was auf diesem Gebiet bei realen Begegnungen alles möglich ist, geht zumeist nicht vor Gericht, weil die betroffenen Männer sich schämen. Den betrügerischen Herren hingegen geht es seltener um Geld, sondern meist darum, geeignete Opfer für heftige, sehr innige Liebesbeziehungen zu gewinnen, die für sie ansonsten teuer würden. Doch die Gier nach dem „Traumpartner“ treibt immer wieder Frauen in die Arme geschickt maskierter Ehemänner, die sich so eine Discount-Geliebte erkaufen.

Reden wir gar nicht erst davon, welche Rolle dabei die sexuelle Gier spielen kann, die man heute getrost sowohl Frauen wie auch Männern unterstellen darf, sondern sagen wird doch, wie sich das alles vermeiden lässt, nicht wahr?

Sehen Sie, wenn Sie etwas kostenlos und ohne Mühe angeboten bekommen, für das sie normalerweise sehr viel von ihrem Körper, ihrem Geist, Ihren Emotionen, ihrer Zeit oder Ihrem Geld hinlegen müssten, und wenn es etwas ist, das für Sie schon immer unerreichbar war – was denken Sie dann?

Dann sollten Sie denken, dass Ihnen ihre Gier gerade einen Streich spielt und sie demnächst vielleicht betrogen werden könnten.

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Geschrieben von Gebhard Roese

21.01.2010 um 08:10:58

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