Montag, 13. Oktober 2008
Sogar die ansonsten sehr kritische BBC bringt dieser Tage einen sehr langen und übermäßig positiv ausgerichteten Bericht über den Marktaustritt des Online-Dating-Unternehmens eHarmony im Vereinigten Königreich. Vor allem wird der Partnervergleichstest und dessen Wissenschaftlichkeit sowie die Anpassung an länderspezifische Bedingungen werden ständig hervorgehoben – dies kommt eHarmony selbstverständlich sehr entgegen.
Immerhin versucht die BBC, die im Artikel enthaltene übermäßig positive Darstellung des Unternehmens eHarmony etwas ins rechte Licht zu rücken und lässt wenigstens noch die britische Expertin Paula Hall zu Wort kommen, die weiß, dass eine Online-Übereinstimmung nur der Anfang ist, und da sollte nicht nur eHarmony mal die Ohren spitzen: „Übereinstimmung ist ein essenzieller Bestandteil, um miteinander glücklich zu werden, aber gewisse Unterschiede sind unvermeidbar“ – und dann sagt sie das Wichtigste: „Wie Paare mit solchen Unterschieden umgehen, ist der Schlüssel zu erfolgreichen Langzeitbeziehungen“.
Vielleicht sollte man Jason Palmer von der BBC einmal empfehlen, sich mit den Grundlagen von Online-Dating zu befassen – dann wüsste er, dass ein (wie auch immer gearteter) Partnerübereinstimmungstest nicht das Erfolgsrezept, sondern die technische Grundlage aller Online-Partnervermittler ist – und dass jede Art von Psychologie, die darin enthalten sein mag, dennoch in Bits und Bytes auf Personen umgelegt werden muss.
Weil ich gerade beim Kritisieren bin – so langsam wird es unerträglich, dass die Technikredaktionen über ein so sensibles Thema wie Dating schreiben dürfen – und dieser Hinweis geht an die Herausgeber, Chefredakteure und Intendanten. Selbst wenn Maschinen Menschen zu vermitteln versuchen, gehören die Liebe nicht in die Hände der Computer-Freaks – genau so wenig, wie sie in die Hände der Psychologen gehört.
Das "Miteinander bekannt werden" der Geschlechter ist eine Kulturleistung – aber erklären sie so etwas mal unseren Kulturredakteuren.
Heute mal wieder ein kurzer Hinweis: Die Jugend verroht sexuell keinesfalls, wie manche Menschen behaupten - die Statistik spricht da eine ganz andere Sprache. Überhaupt - bereits ich gehörte zu den "nichtsnutzigen Parasiten des Jazzkellers", die Nachfolgegeneration war angeblich total sexhungrig, gammelte vor sich hin und suchte nur ihr Vergnügen .... und so weiter, und so weiter.
Jetzt soll die Jugend ja angeblich pornografiedurchtrieben und übersext sein - diesen Blödsinn verbreitet sogar das öffentlich-rechtliche Fernsehen ( WDR). Der Sender versuchte damit, eine MONITOR-Sendung populär zu machen.
Wenn sie es denn wäre sollte sich die Elterngeneration mal die Augen reiben: Aufklärung misslungen, Mütter und Väter? Nun, auf diese Weise klappt es jedenfalls nicht mit der Aufklärung..
Apropos: Was diese Gutmenschen da draußen mit ihrem Geplapper wirklich beunruhigen sollte, ist die Tatsache, dass Jugendliche seltener Kondome nehmen.
Sie waren schlecht angesehen, wurden von der Nachbarschaft, den Biedermänner und den Behörden scharf beobachtet, diffamiert und in der Ecke des menschlichen Abschaums abgestellt – mindestens noch bis vor ungefähr 40 Jahren. Die Rede ist von alleinerziehenden Müttern, die besonders unter der verlogenen Sexualpolitik der Adenauerära zu leiden hatten. Ihre Lage war gegen 1967 noch so schlecht, dass man nicht mehr anders konnte, als sich über einen Bundesverband Gehör zu verschaffen: Am 8. Juli 1967 gründete die Herrenbergerin Luise Schöffel den "Verband lediger Mütter" als Bundesverband in Baden-Württemberg.
Seither ist viel Zeit vergangen – der Aufstand der Jugend, die sexuelle Revolution und die Emanzipation forderten und förderte die selbstverantwortliche Bürgerin - und von ihr alleine soll nun die Rede sein.
Tacheles: Mehr und mehr Frauen gehen rücksichtlos mit sich selbst und anderen um. Seit Frauen selbst auf die Jagd gehen können, tun sie es auch – und achten oft leider nicht sonderlich darauf, welche Art von Wild sie mit nach Hause bringen. Da wird alles angeschleppt, was zu bequem war, “nein“ zu sagen. Mal mehr, mal weniger alkoholisiert kommt Mutter heim - und dann geht es zur Sache: Das Bett quietscht, wilde Lustschrei des Lovers mischen sich mit denen der Hausherrin – mal in einem Durchgang, mal in mehreren Durchgängen.
Und in jeder dieser Nächte wacht die 17-jährige Tochter auf, hört die Lustschreie ihre Mutter und weint in ihr Kopfkissen – nicht nur, weil Mutter ihr ein striktes Ausgehverbot nach 10 Uhr auferlegt hat, nicht nur, weil sie nie bei Freundinnen übernachten darf und nicht nur, weil sie eben auch eine Frau ist. Nicht einmal, weil sie die Tür ihres Zimmers vorsichtshalber abschließen muss, damit sich einer der Lover nicht „zufällig“ in ihr Zimmer verirrt.
Nein – sie fürchtet, dass sie ihre Mutter eines Tages verlieren wird – nicht an die nichtsnutzigen Typen, sondern an den Tod.
Tacheles: Die Mutter weiß nichts von den Gedanken ihrer Tochter, will nichts davon wissen. „Hauptsache, du wirst nicht so früh schwanger wie ich“ ist ihre ständige Rede, wenn sie der Tochter Freunde, Freundinnen und Partys verweigert. Sie denkt, die Tochter schläft, und weiß nichts von den geilen Böcken, die ins Haus kommen. Sie denkt, ihre Tochter ahnt nicht einmal, warum sie im letzten Monat dieses merkwürdige, starke Antibiotikum nehmen musste – doch ihre Tochter, die den Wirkstoff im Internet gesucht hat, weiß es längst: Mutter war geschlechtskrank gewesen – es ist noch einmal gut gegangen, sicher – aber hätte es nicht auch HIV sein können?
Das Bild, das ich hier zeichne, ist genau so viel oder wenig übertrieben wie das Bild, das die alleinerziehenden Mütter bisweilen von Männern zeichnen - überbetonte Geilheit lockt, und Bereitwilligkeit führt zu Abenteuern. Der Tochter wird offiziell verschwiegen, was die Mutter wirklich treibt, während die Mutter sehr hellhörig wird, wenn die Tochter auch nur näherungsweise daran denkt, sexuelle Erfahrungen zu sammeln.
Bevor Sie irgendetwas denken – dies ist nicht mein Problem und mir ist völlig gleichgültig, ob die Töchter ihre Mütter später verachten oder gar hassen – aber ich habe noch etwas Hoffnung, dass es den Müttern wenigstens nicht ganz egal ist.
Falls Sie kommentieren wollen: Sagen Sie nicht, was moralischer ist und dass e sich um Einzelfälle handelt. In dieser Kolumne (und nur in dieser) wird von mir Tacheles geredet - und das erwarte ich auch von Ihnen - also: wie halten Sie es persönliche mit Ihrer Tochter?
Sonntag, 12. Oktober 2008
Sie werden schon gemerkt haben, dass ich dieser Tage mal wieder die Online-Partnervermittlungen aufs Korn genommen habe – und zwar ihre sogenannten „psychologischen Persönlichkeitstests“ die in Wahrheit Partnerübereinstimmungstests zum Füttern des softwarebasierten Matching-Systems sind.
Soweit, so gut – aber mir fiel auf, wie oft von den Firmen selbst und vor allem bei Journalisten in diesem Zusammenhang das Wort „gleich“ fällt – man will zum Beispiel „gleiche“ Eigenschaften ermittlen können und stellt fest, dass „gleiche“ Eigenschaften eher zu glücklichen Ehen führen als „entgegengesetzte“.
Wie kann man eigentlich im 21. Jahrhundert solche Scheuklappen haben, die auch noch mit dem Wort „Wissenschaft“ bezeichnet werden? Denn erstens ist die Skala zwischen „gleich“ und „entgegengesetzt“ sehr breitbandig – und zweitens sind zwei Menschen niemals völlig „gleich“, sondern bestenfalls ähnlich, und selbst wenn sie sich „ähnlich“ sind, heißt dies noch lange nicht, dass sich daraus die gleichen Konsequenzen für ihre Lebensqualität ergeben.
Zum Mitschreiben für Lieschen Müller? Bitte schön: Ich kann behaupten, sparsam zu sein, wenn ich ein neues Auto erst kaufe, wenn das alte nicht mehr fahrbereit ist. Ich kann aber auch behaupten, sparsam zu sein, wenn ich auf dem Markt bereits leicht angegammelte Salatköpfe statt knackig-frischer Salatköpfe kaufe.
Glauben Sie, dass die beiden dahinter stehenden Menschen kompatibel sind? Ich nicht.
Samstag, 11. Oktober 2008
US-amerikanische Zeitungen sind voll von der Finanzkrise – und obwohl wir jüngst noch erfuhren, dass junge Frauen bis zu einem Drittel ihres Einkommens für Sex ausgeben („Sex“ im weitesten Sinne, versteht sich), hören wir heute, dass Schmalhans Küchenmeister werden soll: Spare, spare, heißt das Motto: Statt teurer Matching-Dienste die Craiglist oder die wunderbaren werbefinanzierten (aka „freien“) Datingseiten (Bild: HOT Or NOT deutsch) – und statt Friseur Haarpflegeprodukte aus dem Drogeriemarkt. Vor allem aber: Die US-amerikanische Datingkultur könnte aus den Fugen geraten: Männer müssen angeblich gegenwärtig nicht mehr beweisen, dass sie genug Geld haben, eine Frau beim Date zum Essen einzuladen – es reicht auch ein Spaziergang am Strand.
Was sagt uns das in Deutschland? Dating wird also ab sofort per kostenloser Singlebörse oder einem Internetanzeigendienst absolviert? Der Friseur wird eingespart, um das Haar zu tönen und statt dessen werden preiswerte Produkte im Drogeriemarkt gekauft? Und statt eines gemütlichen Kaffeetrinkens eher ein Gang in den Stadtpark?
Nur – ganz so ist die Sache nun auch wieder nicht. Die freien Dienstzeiten sind von sehr unterschiedlicher Qualität – und ob man sein Foto offen (teilweise sogar für Nichtmitglieder sichtbar) und formatfüllend auf dem Bildschirm haben möchte, sei mal dahingestellt – zumal, wenn man sich besser vorher mal gekämmt hätte.
Ansonsten aber – es muss nicht immer Kaviar sein. Jetzt im Herbst gibt es zahllose Besenwirtschaften, die zum Essen und Trinken einladen – und in Deutschland herrscht ohnehin nicht die Dinner-Dating-Kultur der US-Amerikaner. Also: Sparen sie bei Einladungen. Ob Ihnen eine Partnerin odervein partner gefällt, können Sie auch bei Zwiebelkuchen und neuem Wein oder Kaffee und Himbeertörtchen feststellen. Also sparen Sie an der richtigen Stelle - und nicht am falschen Ende.
Was meinen Sie?
Sicherlich habe ich bemerkt, dass FriedScout24.de auch ein Blog hat – neulich wurde ich ja darauf hingewiesen. Allerdings fand ich bisher keine interessanten Nachrichten dort – doch heute gab es immerhin diese: Des einen Freud ist nämlich des anderen leid. Das Blog hat entdeckt, dass die Finanzkrise mindestens die Ex-Reichen Amerikaner zusammenkuschelt. Gerade erst hörten wir ja, dass die Spitzen-Dominas in New York 70 Prozent ihres Umsatzes verloren haben.
 Dies hatte ich vergessen, Ihnen zu erzählen, obwohl es aus allen Löchern hervorkam: Der PLAYBOY sucht Damen, die ihre Haut einst im Bankgeschäft tätig waren (dort wurden, wie in Deutschland auch, für Spitzenjobs übermäßig hohe Gehälter gezahlt) und die sich jetzt für ein paar Dollar für den PLAYBOY ausziehen wollen. Doch, wie ein PLAYBOY-Sprecher meinte, käme es den Damen auf Geld überhaupt nicht an: Eine möglichst bekannte Ex-Spitzenbankerin nackt im Playboy?
 Das wäre es doch, oder? Der Wallsreetfighter hatte sogar schon Vorschläge. Böse Zungen behaupten, dass Männer Frauen vor allem erniedrigt sehen wollen – und eine nackte Ex-Spitzenbankerin im Playboy soll ungefähr die gleiche Wirkung haben wie eine Serva in einem Domina-Studio. Übrigens gab es in der Schweiz schon einmal eine Bankerin der mittleren Chargen, die ihren Beruf gewechselt hat – und die sogar ein Buch darüber schrieb. Den damen, die vor längerer zeit (Bild links) bereits ihre blusen für den PLAYBOY öffneten, soll dies im Übrigen nicht gut bekommen sein: Bankerinnen hhaben eben emotional wie körperlich verschlossen zu sein wie die Austern - jedenfalls öffentlich.
Die FTD hat im Übrigen die ganze Story.
Partnervermittlungen behaupten, über ausgefeilte psychologische Tests zur Partnersuche zu verfügen. So raffiniert diese Tests nun aber auch sein mögen – sie müssen digitalisiert werden können und dann noch in mathematische Verteilungsformeln umgesetzt werden. Berücksichtigt man dies, dann ist nicht so wichtig, wievielt Intelligenz der Psychologe in den Test gelegt hat, sondern welche Kriterien bei der Verteilung der in Frage kommenden Partner angelegt werden.
Nun meine Frage an die Mathematiker(innen) unter Ihnen:
Was ist rein mathematisch wahrscheinlicher – ihren Wunschpartner bei einer Partnervermittlung zu finden, die Ihre Übereinstimmung anhand von 32 Fragen herausfindet oder bei einer, die dies mit 256 Fragen versucht?
Ich bitte um Antworten - wenn Sie kein(e) Mathematiker(in) sind, vielleicht kennen Sie einen?
Freitag, 10. Oktober 2008
Die Zusammenfassung dieser Woche: Männer tanzen nicht gerne, sehen aber dafür gerne die Damen tanzen, eHarmony steht vor den Toren wie einst Hannibal – aber Elefanten sind eben nicht so schnell, und partner.de ist mit einer neuen Idee da, die ich mir inzwischen ausführlicher angesehen habe – nächste Woche mehr.
Match.com versucht, uns mit einer amerikanischen Verhaltensforscherin zu begeistern, was nicht so ganz geklappt hat, parship.uk stellt im Vereinigten Königreich fest, dass Brustgrößen oberhalb des D-Körbchens eher abturnen, deutsche Frauen sind entweder sexsüchtig oder lügen Volksbefragern die Hucke voll, Sex kostet eine Stange Geld – jedenfalls wenn man auch Kaffees, Blumen und Kondome mitzählt, und ein Mutter-Tochter-Date mit lesbischen Paaren existiert nicht – es ist ein Werbegag.
War da noch was – ja, etwas, das ich Ihnen die ganze Woche vorenthalten habe – nicht nur die deutschen Frauen sind alle sexsüchtig, Sie sind es persönlich auch – möglicherweise jedenfalls. Mit meinem Test kann ich nicht angeben: Ich tendiere zur Stinknormalität (siehe Bild). In diesem Sinne: Grüße aus Budapest.
Wenn man Umfragen glauben dürfte, dann würden wir uns 2030 zu einem großen Teil im Urlaub kennen und lieben lernen: Den Urlaub als künftige Partnerbörse sehen 42 Prozent der Befragten einer aktuellen Umfrage.
Great news fro everybody from the German women’s magazine “Freundin”: 95 percent of the Germany ladies do it (or better: might do it), even if they are not really emotionally engaged – in short: The will probably have sex without really loving their spouses or occasional lovers. If you come to Germany, please do not try – polls are polls, and the real life can be quite different from what polls say. I assure you – they are still picky – maybe not in polls, but elsewhere.
One of our dating Services, ElitePartner, found out that men do not like to dance –what a pity. Instead, men like to see women dancing which is also not new – I found something about it in a magazine published in 1914.
Well, more about Dating services? eHarmony tries to invade the United Kingdom and seem to be astonished that people are not that religious – I think they will wonder about other habits of the British as well – but let them find out by themselves. Whatever it is (may I mention Ms. Berkley?) , it is not breast size, which matters – so if your bra size is bigger then “D” – please don’t date him, girl – he will not like that size for a relationship.
Germany has a new dating service, by the way: the newcomer, partner.de is competing with three major companies, parship, ElitePartner and be2. You will read more about the new service next week. The same day partner.de published thier press release, match.com came out with “great news” for Germany that a certain Ms. Helen Fisher found the ultimate partner test – and match.com has it. I am quite certain, that Ms. Fisher knows a lot about life, couples and how to become famous in this world, but she is an US-American – and she doesn’t seem to know much about Europeans. By the way, she links neurotransmitters to personal characteristics . You may call this “science” – I don’t.
Oh, I almost forgot something strange about dating – but it happened in the US – so have you ever heard about “ mother and daughter lesbians” dating other similar lesbians? You did not? Well, it’s a fairy tale to promote adult films – but very well hidden behind a so-called dating site.
All articles we link to are in German language - if you wish to refere to it, and can not find the English expression for a German word, just ask.
Früher war alles besser – wer hätte diesen Satz nicht schon einmal gehört? Die Hausfrau waltete züchtig, las den Kindern aus der Bibel, ermahnte sie, sich nicht zu keck in der Öffentlichkeit zu zeigen und verschwand dann und wann, um „i hr Budget zu balancieren“. – hätte ihr der Gatte mehr Nadelgeld gegeben, so hätte sie „es“ wohl nicht getan. Aber so? Eventuelle Folgen musste man nicht fürchten – wenn man unvorsichtig war, gab es Adressen, an die man sich wenden konnte – und oft brauchte man diese nicht einmal: Wer der Vater des Kindes war, wusste ohnehin nur die Mutter, die sich dem Göttergatten dann eben zeitgleich hingab.
Töchterchen wusste bisweilen auch schon, wie sich das karge Taschengeld aufbessern ließ: Vater und Mutter treu ergeben, blieb sie „intakte Jungfrau“, was sie nicht daran hinderte, den Herren so viel von ihrer Gunst zu verkaufen, dass ihr die Jungfräulichkeit erhalten blieb - eine Halbjungfrau eben, eine "Demi Vierge".
Gelesen habe ich all dies alles bei Eduard Fuchs, dem „Sittenfuchs“, der es etwa 1918 veröffentlichte.
Mehr beim FlirtXpert.
Donnerstag, 9. Oktober 2008

Wie flirtete man eigentlich vor 100 jahren? Nun, eigentlich flirtete man noch gar nicht, man schäkerte, poussierte oder tändelte mit den Damen. Doch was taten eigentlich die Damen?
Dasselbe wie heute: Körpereinsatz war schon immer gefragt - allerdings warf man nicht so sehr Brüste und Beine in die Waagschale, sondern begann mit den glutvollen oder wasserhellen, immer aber begehrlichen Augen - doch eines wusst der Chronist von 1914 (als es aufgeschrieben wurde) auch schon: der weibliche Körper gibt seine wirklichen Botschaften erst in der Bewegung ab. Lesen sie einfach mal hier, was ich dazu herausfand.
 Wie die Parship UK bekannt gab, werden britische Männer offenbar von großen Brüsten abgeschreckt: Größe „E“ („DD“) komme schon gar nicht in Frage, meinte ein Drittel der befragten Männer, soweit es sich um Beziehungen handele – beim Daten war man da nicht ganz so kleinlich.
Auch im Alltag schient es mir, als ob große Brüste – ich sehe davon in Budapest reichlich – eher zum Vorzeigen wären als zum Anbeißen, denn insbesondere Frauen mit übermäßig großen Brüsten, die noch zusätzlich hervorgehoben werden, fallen für die meisten Männer aus dem Raster – und Brüste, die vom Doktor modelliert wurden, fassen sich einfach nicht gut an.
Via: online personal watch.
Als mich gestern die neue Pressemitteilung von match.com erreichte, hatte ich zuvor eine interessante Diskussion über sogenannte „Partnerübereinstimmungstests“. Bislang gab es zwei Theorien, die beide hoffnungslos veraltet und damit museumsreif sind: „Gleich und Gleich“ ergibt die besten Resultate, meinen die einen, „Gegensätze ergänzen sich“ (nicht „ziehen sich an“, das ist Blödsinn) die anderen. Wer ganz schlau ist, behauptet, daraus einen Mix entwickelt zu haben – und täglich tauchen neue Schlaumeier auf, die glauben, nun den Stein der Weisen gefunden zu haben.
Nun also behauptet match.com, ein völlig neues und sensationelles Verfahren als Persönlichkeitstest entwickelt zu haben. Das Problem ist nur, dass es plakativ ist und frauenzeitschriftenähnliche Vereinfachungen enthält, die wir mindestens in Europa so nicht stehen lassen können – da mag die Amerikanerin Dr. Helen Fisher anders denken – es ist ihr gutes Recht – aber es ist unser gutes Recht, darauf hinzuweisen, dass man auch einmal die Nase voll haben kann von US-Psychotests.
Wörtliches Zitat: „Der Test von Match.com ermittelt die Gewichtung der vier Persönlichkeitstypen: Abenteurer, Wegbereiter, Diplomat oder Unternehmer. Fisher argumentiert, dass wir alle Teile jedes Persönlichkeitstyps in uns haben, jedoch einem dominanten Persönlichkeitstyp sowie einem sekundären Persönlichkeitstyp zuzuordnen sind. Auf der Basis des dominanten und sekundären Typen findet der Persönlichkeitsabgleich nach Dr. Helen Fisher statt.“. Wer es zum ersten Mal liest, wird sofort den Kopf schütteln: Viele Frauen, aber sicher auch eine gewisse Anzahl Männer, finden sich in diesem Schema überhaupt nicht wieder – sie vermissen vor allem geistige und emotionale Eigenschaften, die mit den Begriffen nicht abgedeckt werden können. Wenn dann in der Pressemitteilung noch steht, „der für Match.com entwickelte Test besteht aus 56 Fragen, die darauf abzielen, den dominanten und sekundären chemische Botenstoff in jedem Menschen zu bestimmen.“, dann klingt das eher nach Okkultismus als nach Wissenschaft.
Nun, ich weiß nicht, auf welches Marktsegment match.com abzielt – aber eines dürfte sicher sein: Im Bereich der „Wegbereiter, Diplomaten oder Unternehmer“ dürfte auf diese Weise wenig zu holen sein.
Ich las gerade ein paar der verbliebenen Bekanntschaftsanzeigen. Dort suchten Waagefrauen, Stierfrauen und Widderfrauen – und irgendwie erinnert mich dies an die Zuordnung von Menschen zu „chemischen Botenstoffen“.
Mittwoch, 8. Oktober 2008
Match.com will auf dem deutschen Markt punkten – allerdings mit einem neuen Persönlichkeitstest nach US-amerikanischem Zuschnitt. Wortwörtlich: „ Der Test von Match.com ermittelt die Gewichtung der vier Persönlichkeitstypen: Abenteurer, Wegbereiter, Diplomat oder Unternehmer“. Daran stört mich persönlich schon das Wort „der“ – als ob man die Persönlichkeitsstrukturen der Menschheit nicht auch anders definieren könnte.
Mag Frau Dr. Helen Fisher, die den neuen Test mit dem Titel „Amor“ entwickelt, hat nun auch eine „weltbekannte Anthropologin und Beziehungsexpertin“ sein – ob dich die Sache für Europa eignet, muss sich dennoch erst erweisen. Ich verspreche, mich bis Morgen noch etwas schlauer zu machen und dann ausführlich zu berichten.
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